Der Götter Adel

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Ludwig Achim von Arnim: Der Götter Adel (1807)

1
Still bewahr es in Gedanken
2
Dieses tief geheime Wort,
3
Nur im Herzen ist der Ort,
4
Wo der Adel tritt in Schranken,
5
Wo die silbernen Drommeten
6
Helllaut rufen aus den Nöthen.

7
Ihr Gedanken seid die Ahnen,
8
Wenn des Zweifels Kampf beginnt,
9
Wie aus Stein die Quelle rinnt,
10
Frischend ihre Geister mahnen,
11
Der Gedanken trockne Blätter
12
Wehen frisch im Frühlingswetter.

13
Nicht vom Leichtsinn abgerissen,
14
Nicht zum Spiele hingestreut,
15
Nimmer es dem Baum gereut,
16
Daß er nun so viel muß missen,
17
Er im Wind sich freudig schüttert.
18
Daß ein Kranz am Halme zittert.

19
Wer vermag es zu vernichten,
20
Was ein Herz ganz eingefühlt,
21
Messet doch wohin es zielt
22
Dieses Nordlicht, hell in Schichten,
23
Nur was häßlich zeigt sich schnelle,
24
Spottend zeigt's die Sonn' recht helle.

25
Geister sind in jedem Hause,
26
Wecken aus dem Schlaf den Muth,
27
Also rinnt das edle Blut,
28
Geistig wie der Wein beim Schmause,
29
Was gesprochen da zusammen,
30
Nimmer kann's von einem stammen.

31
Immer mit dem größten Maaße
32
Mißt des Hauses Geist das Kind,
33
Und das Kind sich dehnt geschwind,
34
Will sich zeigen von der Rasse;
35
Was ihm Göttliches bescheeret,
36
Zeigt sich höher, sichrer währet.

37
Nicht die Geister zu vertreiben
38
Stand des Volkes Geist einst auf,
39
Nein daß jedem freier Lauf,
40
Jedem Haus ein Geist soll bleiben,
41
Nein, daß adlich all' auf Erden,
42
Muß der Adel Märtrer werden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.