Die Uebergabe von Stettin, Küstrin, Magdeburg und Hameln

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Ludwig Achim von Arnim: Die Uebergabe von Stettin, Küstrin, Magdeburg und Hameln (1806)

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Trompeter, komm' uns nicht zu nah!
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Die Wälle möchten fallen,
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Was auch bei Jericho geschah,
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Erst glaubt man's nicht, dann ist es da,
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Wenn die Trompeten schallen.

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Du Gouverneur der Stadt Stettin
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Machst gar sehr schwache Mienen,
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Du bist sonst grob, sei einmal kühn,
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Wenn sie an unsr Wälle ziehn,
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Mit Kugeln sie bedienen.

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Er füllet mit gewalt'ger Eil'
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Die eingestürzten Wälle,
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Geschieht das nur zur Kurzeweil,
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Da tausend Mann mit Axt und Beil
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Die schönen Bäume fällen.

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Sie fordern auf, und meinen nicht,
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Daß du dich würdest geben;
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Doch du verträgst kein solch Gericht,
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Der Tag sich auch schon wieder bricht,
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Du mußt dich übergeben.

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Wie das erhört ein altes Weib,
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Sie ging mit dem Pantoffel
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Dem Kommandanten sehr zu Leib,
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Es war ihr gar kein Zeitvertreib,
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Er schrie, der arme Teufel.

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Die Garnison hat kurz und klein
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All ihr Gewehr' zerbrochen,
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Zerrissen muß der Rock auch sein,
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Wir alle schwören Stein und Bein.
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Daß sie sich gern gerochen.

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Ihr Gouverneurs, denkt diesem nach,
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Nichts müßt ihr halb beginnen,
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Und brennt das Schnupftuch auch zu Asch'
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In eurer weiten alten Tasch',
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Ihr müßt euch nicht besinnen.

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Für Zaubereien hütet euch,
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Küstrin ist so gefallen,
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Der Kommandante kam sogleich
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Mit den Franzosen in Vergleich,
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Wie er hört Geld erschallen.

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In Magdeburg, da baten drum
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Elftausend der Jungfrauen,
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Sind so viel drin, so sei es drum!
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Der Kommandante war so dumm,
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Kaum will der Feind ihm trauen.

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In Hameln pfiff den Kommandant
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Der alte Rattenfänger,
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Es kräht der Hahn zu seiner Schand',
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Er hat verrathen Leut' und Land
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Und hielt sich auch nicht länger.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Achim von Arnim
(17811831)

* 26.01.1781 in Berlin, † 21.01.1831 in Wiepersdorf

männlich, geb. Arnim

deutscher Schriftsteller und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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