Gottes Macht und Vorsehung

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Christian Fürchtegott Gellert: Gottes Macht und Vorsehung (1742)

1
Gott ist mein Lied!
2
Er ist der Gott der Stärke;
3
Hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke,
4
Und alle Himmel sein Gebiet.

5
Er will und spricht's;
6
So sind und leben Welten.
7
Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten
8
Die Himmel wieder in ihr Nichts.

9
Licht ist sein Kleid,
10
Und seine Wahl das Beste;
11
Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste
12
Ist Wahrheit und Gerechtigkeit.

13
Unendlich reich,
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Ein Meer von Seligkeiten,
15
Ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten!
16
Herr aller Welt, wer ist dir gleich?

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Was ist und war,
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In Himmel, Erd und Meere,
19
Das kennet Gott, und seiner Werke Heere
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Sind ewig vor ihm offenbar.

21
Er ist um mich,
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Schafft, daß ich sicher ruhe;
23
Er schafft, was ich vor oder nachmals tue,
24
Und er erforschet mich und dich.

25
Er ist dir nah,
26
Du sitzest oder gehest;
27
Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest:
28
So ist er allenthalben da.

29
Er kennt mein Flehn
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Und allen Rat der Seele.
31
Er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle,
32
Und eilt, mir gnädig beizustehn.

33
Er wog mir dar,
34
Was er mir geben wollte,
35
Schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte,
36
Da ich noch unbereitet war.

37
Nichts, nichts ist mein,
38
Das Gott nicht angehöre.
39
Herr, immerdar soll deines Namens Ehre,
40
Dein Lob in meinem Munde sein!

41
Wer kann die Pracht
42
Von deinen Wundern fassen?
43
Ein jeder Staub, den du hast werden lassen,
44
Verkündigt seines Schöpfers Macht.

45
Der kleinste Halm
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Ist deiner Weisheit Spiegel.
47
Du, Luft und Meer, ihr Auen, Tal und Hügel,
48
Ihr seid sein Loblied und sein Psalm!

49
Du tränkst das Land,
50
Führst uns auf grüne Weiden;
51
Und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden
52
Empfangen wir aus deiner Hand.

53
Kein Sperling fällt,
54
Herr, ohne deinen Willen;
55
Sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen,
56
Daß deine Hand mein Leben hält?

57
Ist Gott mein Schutz,
58
Will Gott mein Retter werden:
59
So frag ich nichts nach Himmel und nach Erden,
60
Und biete selbst der Hölle Trutz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Fürchtegott Gellert
(17151769)

* 04.07.1715 in Hainichen, † 13.12.1769 in Leipzig

männlich, geb. Gellert

Philosoph der Aufklärung, deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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