Die Frösche hatten einen König!

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Die Frösche hatten einen König! Titel entspricht 1. Vers(1761)

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Die Frösche hatten einen König!
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Wir sind ein großes Volk! Er hat
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Verstandesfähigkeit, und seine schöne Frau
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Ist keine Königin, wie wir sie haben wollen
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Seht! Sie beherscht den Mann, und ist ihm viel zu schlau,
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Sie taugen beyde nichts, sie sollen
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Herunter von dem Thron, sie sitzen zu bequem!
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Und kurz: Uns Fröschen ist kein König angenehm,
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Wir können wohl uns selbst regieren
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Wir brauchen keine Majestät!
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Wir alle sind uns selbst die Majestät! Wir haben
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Des Frosches edles Recht begraben,
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Laßts, sprach ein weiser Frosch, laßts wieder auferstehn!
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Ja! quakten Tausende, Ja! ja! das muß geschehn!
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Gequakt, gethan! die Quaker fiengen
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Den König, sperrten ihn in einen Kefig ein!
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Koaxte man, ermordete den besten
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Der Könige, beging die größten
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Schandthaten! Tausend Könige
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Regierten, tausend! Ach! und Weh!
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Erscholl umher im Königreiche!
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Man sah zehntausend dünne Bäuche,
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Heißhunger übte die Gewalt
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Die Gott der Herr ihm gab! das Königreich verarmte
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Vier Jahre noch nicht alt
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War's aufgerieben! Gott erbarmte
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Sich gnädigst seiner, gab den
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Dem irrgeführten Volke wieder!
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Man sang: Es wird schon gehn
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Wie wütend nun nicht mehr, sang neue Freudenlieder,
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Dem
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(die Frösche schreiben auch, wie wir, Gedanken nieder,)
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Was nun nicht mehr verborgen blieb!

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Nun ist euch wohl, ihr Herrn! ihr Frösche! nun ins Freie!
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Von tausend Königen nicht mehr ins Netz gekörnt!
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Koaxt so viel ihr wollt, nun wieder, ach! und lernt;

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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