»ob wohl ein Gott im Himmel ist?«

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: »ob wohl ein Gott im Himmel ist?« Titel entspricht 1. Vers(1761)

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»ob wohl ein Gott im Himmel ist?«
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Dacht' ich in meinem Zelt;
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»krieg hat der Türke, hat der Christ,
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Krieg hat die ganze Welt!

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Und wär ein Gott, so müßt' er wohl
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Ein Gott des Friedens seyn!
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Daß all' das Böse gut seyn soll,
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Das will mir gar nicht ein!

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Darum so scheints, es ist kein Gott;
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Ein Gott hätt' alle Macht,
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Zu tilgen aller Spötter Spott,
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Und aller Fürsten Schlacht!

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Was ists, daß er sie nicht gebraucht?
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Den Frieden nicht gebeut?
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Und daß noch manche Stäte raucht,
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Von Kriegesgrausamkeit?

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Ein Wort, dächt' ich, so wär' in Ruh
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Das ganze Erdenrund!«
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»du Maulwurf!« dacht ich gleich hinzu
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Mich schlagend auf den Mund!

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Das Erdenrund ist nun einmal
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Des Bösen Vaterland,
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Wird aber einst ein Wonnethal
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In seines Schöpfers Hand!

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So dacht' ich! Und so denk' ich noch,
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Und gehe meinen Pfad!
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Bin, denk' ich einsam, bin ich doch
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Ein ehrlicher Soldat!

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Als solcher komm' ich doch einmal
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Nach dieser kurzen Zeit,
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Zu Gott dem Herrn ins Wonnethal
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Der langen Ewigkeit!

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Und sing' auf einem schönen Stern,
34
Ein ehrlicher Soldat,
35
Ein Loblied meinem Gott und Herrn,
36
Das sich gewaschen hat!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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