Lied nach der Schlacht bei Collin

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Lied nach der Schlacht bei Collin (1757)

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Zurück, rief Vater
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Zurück, rief er, zurück!
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Nachdenkend dacht' er schon bei sich:
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Gott giebt dem Feinde Glück.

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Wir aber stürmten noch das Nest,
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Wir wollten noch hinan!
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Wir kletterten, wir hielten fest
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Uns an einander an.

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Und sagten dem, der oben stand:
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Wie kommen wir herauf?
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Und schlugen tapfer Hand in Hand,
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Und halfen uns hinauf.

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Da stürzte von Kartätschensaat
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Getroffen, eine Schar
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Von Helden, ohne Heldenthat,
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Die halb schon oben war!

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Das sahe
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Wie blutete sein Herz!
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Wie stand, bei mitleidsvollem Ach,
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Sein Auge Himmelwärts!

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Was für fanftmüt'ge Blicke gab
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Sein Heldenangesicht!
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Laßt, rief er, Kinder, laßt doch ab!
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Mit uns ist Gott heut' nicht.

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Da ließen wir den blöden Feind
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In seinem Felsennest.
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Nun jubelt er! o Menschenfreund!
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Nun hat er Siegesfest.

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Wie kann er aber? Brüder, sagt!
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Er kann ja nicht, fürwahr!
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Denn haben wir ihn nicht gejagt,
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So weit zu jagen war?

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Wir stritten, nicht mit Roß und Mann,
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Mit Felsen stritten wir.
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Hier, Heldenbrüder, bind' er an.
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Hier, Brüder, sieg' er! hier!

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Du Feind! herab in grünes Feld,
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Und weise freie Brust,
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Und streit und sieg und stirb ein Held!
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Hier ist zu sterben Lust!

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Allein der Blöde wagt sich nicht,
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Wir mögen lange stehn
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Und auf ihn warten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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