25. Die Eule und die Nachtigall

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: 25. Die Eule und die Nachtigall (1761)

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Die Eule sprach zur Nachtigall,
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Die mit dem Wiederhall,
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Des Abends und des Morgens, immerfort
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In Liedern scherzte: Du! hör' auf zu singen, dort
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Auf deinem Baum, in deinem Schatten;
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Und komm herein zu mir, zu mir!
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Und werde meinem Gatten
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Ein hübsches Abendessen hier!

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Die Nachtigall, die sonst nicht spottet,
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Die spottete der Thörin ins Gesicht:
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Du hast das Mausgeschlecht gefräßig ausgerottet,
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Und Vögel kommen wohl in deine Klause nicht;
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Besonders ich, geboren, frei zu singen,
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Und dich, Kallmäuser, auszulachen; ich
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Will mich nicht selber dir zum Abendessen bringen.
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Willst aber du Kallmäuser mich verschlingen,
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So komm heraus und hole mich!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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