11. Die Götter und die Bäume

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: 11. Die Götter und die Bäume (1761)

1
Der Vater aller Götter wollte,
2
Daß jeder Gott und jede Göttin sich
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Von allen Bäumen einen Baum
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Erwählen und beschützen sollte.
5
Der Eichbaum, sprach er, ist für mich!

6
Apollo nahm den Lorbeerbaum;
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Die Musen tanzten einen Tanz,
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Und warfen ihm den ersten Lorbeerkranz
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Um sein gelehrtes Haupt.
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Die hohe Pappel, schön belaubt,
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Erwählte Herkules; gelehnt auf seine Keule,
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Sprach er: Ich leide keine Beile!

13
Cybele tritt herein, die Mutter aller Götter;
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Die Götter neigten sich dem grüßenden Gesichte;
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Sie spricht: Gebt mir den Baum, der ohne Blätter
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Dem alten Winter trotzt, die immer grüne Fichte!

17
Komm her, du kleine Myrthe, komm her in meinen Schutz,
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Sagt Venus, dich besinget Adonis, oder Uz!

19
Was aber sagt Minerva? Sie lächelt kleinen Spott,
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Und sagt zum Zeus: Ich wähl' den Oelbaum, den kein Gott
21
Und keine Göttin wählte, der ist an Früchten reich.
22
Die unfruchtbaren Bäume, die, Götter, laß ich euch!

23
Da zankten sich die Götter, und Zeus entschied den Zank,
24
Umarmte seine Tochter, sang ihren Lobgesang.
25
Er sang, Apollo horchte, Minerva hat gewonnen,
26
Olympus mußte beben, und tanzen alle Sonnen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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