Die Götter Griechenlands sahn einst von ihrem Himmel

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Die Götter Griechenlands sahn einst von ihrem Himmel Titel entspricht 1. Vers(1761)

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Die Götter Griechenlands sahn einst von ihrem Himmel,
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Auf ihre Menschenwelt, mit
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Auf einmal alle sahn des Lebenden Getümmel,
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Des Todten stilles Grab.

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Lebt! sagte Vater Zeus, und alle Todten lebten;
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Und alle Götter sahn sie leben; freuten sich
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Des Worts der Allmacht sehr, und lächelten, und schwebten
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Auf ihren Wolken sichtbarlich.

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Frau Juno ganz allein fand wenig Wohlgefallen
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An ihres Herrn Gemahls fast großer Vaterthat,
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Sie runzelte die Stirn, sie zürnte stolz, sie bat,
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(mit Bitten herrscht das Weib im Himmel und Sanct-Gallen!)
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Die Aufgelebten alle gleich
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Zurück zu senden doch ins stille Schattenreich!

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Bescheiden bat sie das, und schlug die Augen nieder
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Und hielt zum Vater Zeus ein hörbegierig Ohr.

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Sterbt! sagte Vater Zeus, und alle starben wieder,
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Und auf der Erde war's so leer, als wie zuvor.

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Mit Bitten herrscht das Weib im Himmel und Sanct-Gallen!
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Im Himmel stiftet es, mit Bitten, Zank und Streit,
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Und in Sanct-Gallen Einigkeit!

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Gottlob! das ist ja schön! Wir leben in Sanct-Gallen!
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Und unsre Weiber lassen sich,
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Was uns gefällt, gefallen,
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Die kleinen und die großen Schnallen,
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Die Perlen, die Korallen,
27
Den Hut – und den Gedankenstrich!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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