27. Äsop und die Tiere

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: 27. Äsop und die Tiere (1761)

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Lockmann
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(denn man weiß nicht, wer von beiden
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Höher seinen Geist erhob,
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Nackte Wahrheit einzukleiden
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In gefälliges Gewand,)
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Oder Vater Adam stand
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Unter Tieren,
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Auf zwei Beinen, oder vieren,
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Stand, und fragte: Wollt ihr dienen?
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Meinem Weibchen, oder mir?

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Nein! antwortet' ihm ein Stier!
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Löw' und Tiger sahn den kühnen
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Tier-Befrager, schwiegen still,
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Fragten aber mit den Mienen:
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Ist ein Tier, was dienen will?

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Alle flogen auseinander
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Ins Gefild' und in den Wald,
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Fürchtend einen Alexander,
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Suchend sichern Aufenthalt.
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Und man nahm nach tausend Jahren
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Seine Freiheit erst dem Stier,
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Unsern Helfer, welchem wir
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Keine saure Mühe sparen!

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Hat er, endlich matt und alt,
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Viel gepflügt und viel gefahren,
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Wird er von uns aufgestallt,
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Und, so viel er haben will,
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Geben dann wir ihm zu fressen;
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Dann hält er dem Schlachter still;
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Dann wird er von uns gegessen!
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O du Löw', ist das nicht gut?

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Stünd' ein Löwe nur von weiten,
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Ha! spräch' er mit Heldenmut,
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Laßt uns für die Freiheit streiten,
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Brüder! Brüder! bis aufs Blut!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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