23. Der Esel, die Nachtigall und der Star

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: 23. Der Esel, die Nachtigall und der Star (1761)

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Ein Esel stand vor seinem Stall,
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Und hörte früh die Morgenlieder
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Der Nachtigall.

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Sie singt, man hör' einmal! schon wieder,
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Die liebe Sängerin!
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Spricht er zu seiner Eselin:
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Gut wär's; allein ihr Stimmchen ist zu schwach,
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Ich wett', ich sänge sie danieder.

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Und plötzlich singt er übers Dach,
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Zum Garten hin,
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Sein: Ya – ach!

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Der Vögel ganzes Chor
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Erschrickt, und fliegt ans Licht, aus Höhl' und Busch hervor,
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Und lauscht, und singt nicht fort.

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Der ungeheure Schall
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Erschreckt zwar auch die Nachtigall,
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Allein sie fliegt, und sucht neugierig einen Ort,
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Zu sehn, was für ein Ungeheuer
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Die Stimm' erhoben hat, und fliegt, und fliegt empor,
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Und hört das Ya – ach!
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Fliegt auf des hohen Hauses Dach,
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Sieht in den Hof, und sieht
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Zuerst ein langes Ohr,
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Und dann den ganzen Schreier!

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O du, bei dessen Tändelein
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Die Musen, und die Grazien sich freun,
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Du, dessen kleinen Liederband
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Sie gern, mit eigner Hand,
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Dianens Nymphen zum Geschenke bringen,
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Mein Gerstenberg, o denk einmal,
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Der große Peter Rübezahl
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Will unsern Uz, und dich, und mich darnieder singen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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