Die Nachtigall sang Elegien

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Die Nachtigall sang Elegien Titel entspricht 1. Vers(1761)

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Die Nachtigall sang Elegien,
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Und Oden, oder Threnodien,
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Dem ganzen Vögel-Chor
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In einem stillen Walde vor.

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Nicht weit davon hebt sich die Lerche hoch empor
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In ihre freie Luft,
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Und fingt, (indes der Kuckuck ruft,)
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Mit ihrer kleinen, hellen Kehle,
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Lust und Zufriedenheit dem Wandrer in die Seele.

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Die Nachtigall singt trauriger und bänger
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Ihr Schmerzenslied!
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Die Lerche, die sich überwunden sieht,
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Hört auf, und will gestreng, die Nachtigall gestrenger
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Gerichtet sein!

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Kein Richter meldet sich, zu richten diese Sänger!
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Bis endlich noch ein Denker, ein Uhu,
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Aus einem hohlen Baume spricht:
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Du Nachtigall! und Lerche, du!
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Vollkommen singt ihr nicht!
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Ach wie so schwer trifft man die Mittelstraße doch!
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Der eine fällt zu
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Ihr guten Sänger! welch ein Richter!

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Von meinem Uz, dem Liederdichter,
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Und meinem Klopstock, der, ein Adler, sich erhebt,
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In Gottes Sonne sieht, hoch über Wolken schwebt,
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Sprach, schon vor zwanzig Jahren, am Parnaß,
27
Ein Uhu eben das!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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