1. Die reisende Fabel

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: 1. Die reisende Fabel (1761)

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Die arme Tochter des Äsop,
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Die Fabel, reiste von Athen,
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Entfernte Länder zu besehn.

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Wer sie erblickte, der erhob
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Ihr Wesen, ihren Gang,
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Und ihren Anzug. Nicht zu lang
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Und nicht zu kurz, war er bequem:
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Wohin sie kam, da war sie angenehm.

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Zu Rom schenkt ihr ein feinres Kleid
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Ein Freigelassener
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Es stand ihr wohl, es war gemacht
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Nett, aber ohne Pracht!

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Dann reiste sie darin, noch blöde, nach Paris;
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Ein edler Ritter
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Das wohlerzogne Kind, das seine Freundin ward,
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In Sitten und in Putz, nach seiner Landesart.
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Auch nahm er einst sie mit, in einer Gallanacht,
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An Ludwigs Hof, in Hofestracht.

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Und weil der jungen Maintenon
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An Geist und Schönheit sie vollkommen glich,
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So zog sie allsobald des Königs Aug' auf sich.
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Was hatte sie davon?
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Er rühmte sie den Prinzen, sie gefiel!
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Und einst beim Spiel,
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Nannt' er, in Gnaden, sie: die

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Ich? Ihro Majestät! ich bin
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Nur eine
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Mich hören Kinder nur so gern!
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Ich? Lehrerin? der Menschen? das sei fern!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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