An des Prinzen Friedrich Wilhelm, ältesten Sohn des Prinzen von Preußen, Königliche Hoheit

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: An des Prinzen Friedrich Wilhelm, ältesten Sohn des Prinzen von Preußen, Königliche Hoheit (1761)

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Die Tugend sei, sagt man, erschienen
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Einnehmend schön, mit holden Mienen,
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Dem jungen Prinzen
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Dem Sohn des Kaisers Choun, der sie
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Von seinem Maler malen ließ,
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Sie täglich seinem Prinzen wies,
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Und sie

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Sie sagte, sagt man, zu dem Prinzen:
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Erkennen dich für ihren Herrn!
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Ich rate, Lieber! geh auf Reisen
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In jegliche, du reisest gern!
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Geh! lerne kennen ihre Weisen,
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Und liebe sie wie deine Brüder,
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Und setze dich bei ihnen nieder
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Auf Rasen, oder wo es ist,
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Und sage Keinem, wer du bist!
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Und sei wie stumm und froh, zu hören
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Der weisen Männer weise Lehren,
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Und merke dir die weisesten,
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Und schreib sie dir ins Herz, und hier
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Auf diese goldnen Täfelchen;
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Zu dem Gebrauch schenk ich sie dir.

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Der Prinz ergriff mit schneller Hand
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Die Täfelchen; die Schenkerin,
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Die Liebliche, die Zauberin,
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Die
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Auf ihren Tafeln aber stand:
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Sei weise! sei gerecht! sei gut!
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Und wenn ein Weiser Thaten thut
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Noch edler als die Deinigen, dann eile
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Sie nachzuthun; hast keine Weile,
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Mein Sohn! auf Polstern auszuruhn!
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Wir leben einmal! was uns fehlet
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An guten Thaten, wird gezählet,
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Und alles, was wir Gutes thun!

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Der Prinz besah die Schrift an hellem Lichte, stand
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Betreten lange, fand,
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Sie sei von seines Vaters Hand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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