Bald hätte mich in dieser Nacht

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Bald hätte mich in dieser Nacht Titel entspricht 1. Vers(1761)

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Bald hätte mich in dieser Nacht,
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Ein Traum ins Todtenreich gebracht.

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Mich deucht, ich ritt spatzieren,
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Die Grillen zu verlieren;
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Da traf ich, welch ein Glükke!
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Mein Mädchen auf der Brükke,
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Auf die ich einst, mit Ruthen, schlug,
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Als sie mein Mädchen von mir trug.

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Itzt wards, in ofnem Wagen,
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Von Rappen hergetragen.
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Wir sahen uns, o Freude!
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Mich deucht, wir wünschten beide:
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Ach möchte doch, uns zu erfreun,
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Die Mutter nicht im Wagen seyn!

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Indem der Wunsch geschahe,
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Kam uns ein Tolpatsch nahe,
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Und, ach! für seinen Lappen,
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Erschrekken sich die Rappen,
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Und springen seitwerts in den Fluß,
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Daß auch der Wagen fallen muß!

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Da fällt, ach Ungelükke,
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Mein Mädchen von der Brükke!
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Mein Blut fängt an zu wallen,
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Ich denk ihm nachzufallen.
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Mein Mädchen stirbt! ach, welche Noth!
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Im Wasser ... Wasser sei mein Tod!

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Drauf soll mein Pferd sich schwingen,
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Und schnell ins Wasser springen.
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Allein, es bäumt zurükke,
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Und will nicht von der Brükke,
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So traurig auch der Reuter sprach:
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Ach, springe doch dem Mädchen nach!

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Itzt wach ich, und es kommt gelaufen:
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Nun werd ich mich wol nicht ersaufen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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