Das Fehlbare

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Das Fehlbare (1761)

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Dir, Weisheit, bin ich gar nicht gut,
2
Du läßt mirs oft an Freuden fehlen;
3
Denn das, was man am liebsten thut,
4
Willst du sogleich zum Bösen zälen.

5
Dich, Frömmigkeit, dich lieb ich zwar,
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Doch! laß mich auch zuweilen fehlen;
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Ich will mir ia durchs ganze Jahr
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Den Früling nur dazu erwählen.

9
Dich, liebes Glükke, bet' ich an,
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Laß mirs an keinem Guten fehlen!
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Nur laß mich, wenn ichs haben kann,
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Mehr Neider, als Dukaten zälen.

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Wenn du mir, Liebe, günstig bist,
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So laß mir nicht Brunetten fehlen;
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Wenn ich Brunetten gnug geküßt,
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So will ich denn Blondinen wählen.

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Es fehlet mir des Ehstands Quaal,
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Ach möchte sie nur immer fehlen;
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So könnt ich einst zur frohen Zahl
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Der Tage auch die Nächte zälen.

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Ach seeliger Anakreon,
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Ach daß uns deine Zeiten fehlen!
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Den Vorteil wünscht ich mir davon,
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Du solltest mir ein Mädchen wählen.

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Doch! wenn gleich dieser Kenner fehlt,
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So soll mir doch die Wahl nicht fehlen.
27
Mein Freund, der iüngst für sich gewählt,
28
Soll auch für mich ein Mädchen wählen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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