Hörst du noch von deinem Sternensitze

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Johann Heinrich Voß: Hörst du noch von deinem Sternensitze Titel entspricht 1. Vers(1776)

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Hörst du noch von deinem Sternensitze,
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Späht dein Blick, gewöhnt an Sonnenblitze,
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Noch in diesem Grabthal' unsre Thränen,
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Unser starres Sehnen?

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Oder flüsterst du, noch jetzt der Wächter
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Deiner Gattin, deiner Söhn' und Töchter,
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Flüsterst du, als Schutzgeist, unsrer Seele
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Göttliche Befehle?

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Schwebst du hier auf diesen Balsamlüften
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Die geheim der Nachtviol' entdüften,
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Wie einst deinem Leben stille Güte,
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Eh es, ach! verblühte?

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O! so wahr du schaust, an den ich glaube!
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Zürne nicht, o Vater, mit dem Staube,
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Wo ich dich – wo wir, nicht ohne Zagen,
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Unsern Vater klagen!

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Leucht' in unsre finstern Sinnen Klarheit,
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Und geleite sie zur hohen Wahrheit,
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Welcher du durch Todesgram nachstrebtest,
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Und, vor Wonne, bebtest!

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Daß auch sie, bei ihrer Fackel Strahle,
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Durch des Todes düstre Schreckenthale,
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Hin, wo Engelhalleluja schallen,
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Unerschrocken wallen;

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Und um dich, auf goldnen Blumenauen,
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Deine hellen Freund' und Kinder schauen,
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Und den Lebenshain mit Ros' umrötet,
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Den für uns ihr sätet!

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Unsrer Mutter thränenlose Trauer,
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Und des besten Mädchens bange Schauer,
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Ach! sie foltern, foltern noch am wehsten!
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Und ich kann nicht trösten!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Heinrich Voß
(17511826)

* 20.02.1751 in Sommerstorf, † 29.03.1826 in Heidelberg

männlich, geb. Voss

deutscher Dichter und Übersetzer von Klassikern

(Aus: Wikidata.org)

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