21. An Selma

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Johann Heinrich Voß: 21. An Selma (1773)

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Spräche Hesperus nach, Selma, wie oft er mich
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Am gedämpften Klavier trocknen die Augen sah,
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Wenn von Händel und Hasse
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Mir vehmütiger Trost erklang;

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O du schontest fürwahr deines bekümmerten
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Freundes, bärgst mir den Wunsch, welcher um mich, um mich!
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In den Irren des Tiefsinns
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Dir den zitternden Busen hob.

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Ist gleich redlich mein Herz, schwingt sich empor mein Geist
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Zu dem strahlenden Kranz edler Unsterblichkeit;
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Dennoch bin ich nicht deines
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Wunsches, beste der Mädchen, wert!

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Dir zur Seit', im Gedüft blühender Schatten dort,
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Jede Schöne des Mais, mit dem verschönernden,
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Selbst durch Selma verschönten,
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Kleist, zu atmen, verbeut mein Loos!

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Wie der Saiten Musik vor dem beseelteren
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Ach! der Sängerin schweigt; schwinge mir Lied und Lenz,
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Wenn dein rosiger Mund mir
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Spräche himmlischen Harfenlaut!

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Tritt mit jenem Gesicht, wenn du den heitern Blick
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In dein Innerstes senkst, vor den Allmächtigen:
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Bald erfüllt sind die Träume,
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Die dorthin mich beflügelten.

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An dem rötlichen Baum, wo du im Abendglanz
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Philomelen behorchst, und an die Schwester denkst,
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Naht urplötzlich dein Bruder,
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Und ein Fremder an seiner Hand.

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Selma! wenn dir alsdann schnelle Vergessenheit
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Deiner leichteren Tracht, wenn dir der Wange Glut,
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Und des klopfenden Herzens
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Ahndung sagte, daß ich es sei!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Heinrich Voß
(17511826)

* 20.02.1751 in Sommerstorf, † 29.03.1826 in Heidelberg

männlich, geb. Voss

deutscher Dichter und Übersetzer von Klassikern

(Aus: Wikidata.org)

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