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Laß doch, Lysander, ab, mit Reimen dich zu plagen
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Und einer Bettelkunst halb rasend nachzujagen,
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Die zwar die Phantasei durch süße Träume rührt,
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Dich aber auf den Weg der Hungerwiesen führt
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Und endlich, wo du dich läßt ihre Grillen treiben,
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Mit Meistersängern wird in eine Rolle schreiben.
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Die eben ist das Gift, das wie die Missethat
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Gleich mit der Muttermilch mir ins Geblüte trat.
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Wie glücklich wär' ich doch, wenn mich zu rechter Stunden
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Ein kluger Arzt davon durch Kräutersaft entbunden
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Und alles, was ich nur von Versen angeblickt,
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Durch hebend Antimon hätt' in die Luft geschickt;
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So dürft' ich nicht wie jetzt in Kummerwinkeln sitzen
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Und bei geborgter Lust von langen Sorgen schwitzen,
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So hätt' ich auch vielleicht den Wuchergriff erlernt,
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Wie man durch Ränke sich von der Vernunft entfernt,
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Den Trieb der Redlichkeit mit Silberzäumen lenket,
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Den Geist der Gottesfurcht in klugen Schlaf versenket,
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Ein reiches Lasterweib zu seinem Willen beugt,
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Durch höflichen Betrug auf Ehrenbänke steigt
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Und endlich, wenn die Kraft der Jugend uns verlassen,
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Bei voller Tafel kann von fremdem Gute prassen.
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So hab' ich manchen Tag und manche Nacht verreimt
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Und oft ein großes Lied von Zwergen hergeträumt,
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Verliebten ihre Lust in Zucker zugemessen,
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Betrüger reich gemacht, mich aber gar vergessen,
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Und ob mich endlich gleich mit der verjährten Zeit
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Ein kurzer Sonnenblick bei Hofe noch erfreut
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Und Preußens Salomo, den ich mit Recht gepriesen,
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Mir zu der Ehrenburg den Vorhof angewiesen,
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Ward doch durch seinen Tod, der alles umgekehrt,
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Mein Glück und auch zugleich mein ganzer Ruhm verzehrt.
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Nun lacht die Wucherschar bei ihren Judengriffen,
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Daß ich der Tugend Lob auf Hoffnung hergepfiffen,
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Die Zungendrescherei den Musen nachgesetzt,
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Und wahre Weisheit mehr als Geld und Gut geschätzt,
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Und daß ich, da der Hof zum Laufen mich gezwungen,
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Nicht noch zu rechter Zeit in Schulenstaub gesprungen,
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Die matte Dürftigkeit in Mäntel eingehüllt,
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Mit leerer Wissenschaft die Jugend angefüllt,
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Die Kinder gegen Lohn den Toten vorgetrieben
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Und wöchentlich ein Lied für Thaler hingeschrieben.
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Hiebei verbleibt es nicht. Die schwärmende Vernunft
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Der von der Hungersucht bethörten Dichterzunft,
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Die sich durch falsche Kunst auf den Parnaß geschlichen,
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Von der gesetzten Bahn der Alten abgewichen,
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Mit frecher Hurtigkeit gefüllte Bogen schmiert
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Und alle Messen fast ein totes Werk gebiert,
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Wird so verwegen schon, daß sie Gesetze stellet,
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Der Griechen Zärtlichkeit das Todesurteil fället,
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Des Maro klugen Witz in Kinderklassen weist,
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Horazens Dichterbuch verrauchte Grillen heißt
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Und alles, was sich nur nach alter Kraft beweget,
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Auf lüsterndem Papier mit Tinte niederschläget.
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Da nun das Wespenheer von Tag zu Tage wächst
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Und jeder Knabe schon nach Narrenwasser lechzt,
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Was Wunder ist es denn, wenn Ruhm und Ehre stirbet,
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Die Kunst zu Grabe geht, die Tugend gar verdirbet?
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Es ist nicht mehr die Zeit, da noch Augustens Hand
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Die Nebenstunden selbst zum Dichten angewandt,
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Da Kaiser und Poet an einer Tafel saßen
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Und beide doch dabei nicht ihre Pflicht vergaßen.
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Die Tage sind vorbei, da Barbarossens Hof
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Bei vollen Gläsern noch nicht den Verstand versoff,
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Da kluge Damen noch auf Tugendlieder hörten
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Und halbe Reimer oft mit großen Preisen ehrten.
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Wir sind nicht zu Paris, wo man nicht Tag aus Nacht
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Und gleich Abgötterei aus jedem Wurme macht,
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Wo man, was Scudéry, was Chapelain gewesen,
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Ohn' alle Farben kann in Stachelschriften lesen.
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Viel Große lieben wohl noch Alexanders Schwert,
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Nicht aber auch die Kost, die seinen Geist ernährt;
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Sie jauchzen wohl mit ihm, wenn ihre Trommel klinget,
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Nicht aber, wenn Homer von weisen Sitten singet.
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Das Frauenzimmer haßt, was ihr Gewissen schreckt
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Und das Geblüte nicht zu steter Lust erweckt,
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Und wer den Thoren jetzt die Wahrheit wollte sagen,
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Der müßte jeden vor um seine Meinung fragen.
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So viel als Reimer sind, so viel und mancherlei
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Wirkt in der Poesie nun auch die Phantasei.
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Ein halb mit Pickelscherz vermengtes Operettchen,
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Ein stinkender Roman vom rasenden Chrysettchen,
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Ein geiles Myrtenlied und ein nach dem Adon
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Des üppigen Marin erbauter Venusthron,
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Der der Geliebten Schoß bis auf den Grund entdecket
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Und Büsch' und Brunnen draus und Vogelnester hecket,
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Ein lügenvolles Lob, das uns ins Angesicht
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Den lastervollen Ruf der Toten widerspricht,
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Ein rohes Trauerspiel, in dem die Regeln fehlen
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Und so viel Schnitzer fast als Silben sind zu zählen,
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Ein Brief, den Adam schon der Eva zugesandt,
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Da beide dazumal doch keine Schrift gekannt,
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Ein kreißendes Sonett, das mit dem Tode ringet
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Und der Gedanken Rad so wie die Reime zwinget,
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Und ein nach Pöbelart gepriesner Buhlerblick
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Ist oft bei dieser Zeit das größte Meisterstück.
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So lang ich meinen Vers nach gleicher Art gewogen,
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Dem Bilde der Natur die Schminke vorgezogen,
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Der Reime dürren Leib mit Purpur ausgeschmückt
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Und abgeborgte Kraft den Wörtern angeflickt,
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So war ich auch ein Mann von hohen Dichtergaben;
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Allein sobald ich nur der Spure nachgegraben,
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Auf der man zur Vernunft beschämt zurücke kreucht
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Und endlich nach und nach nur den Parnaß erreicht,
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So ist es aus mit mir, so kommt von seinem Suschen
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Ein mit Ebräerwitz gespicktes Philomuschen,
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Klaubt ihm ein Jugendwort in meinen Schriften aus
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Und untergräbt damit mein ganzes Ehrenhaus.
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Was soll ich Ärmster thun? Soll ich noch einmal rasen
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Und durch mein Haberrohr zum Federsturme blasen?
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Nein, nein, Lysander, nein! Ich will zurücke stehn
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Und der erlauchten Schar nur aus den Augen gehn,
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Sonst wirft der Schwindelgeist der klugen Weisianer
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Mich endlich auf die Bank der reimenden Quintaner
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Und jagt mich, ob ich gleich halb notenmäßig bin,
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Ins re, mi, fa, sol, la der Hübneristen hin,
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Die sich doch ohnedem an Odermusen reiben,
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Sudetenzungen nur zu Mamelucken schreiben
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Und alles, was durch Kunst der Pleiße nicht geschehn,
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Für Eigenliebe kaum mit halben Augen sehn.
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Zwar weich' ich darum nicht, als ob ich, wenn es brennte,
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Nicht auch ein Jammerlied im Tanze drechseln könnte,
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Und ob der Trippeltakt der leichten Reimerei
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In Dedekindens Schoß allein zu Hause sei.
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Mir ist ja wohl bekannt, wie man den Schädel seifen
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Und solche Spötter kann mit Lauge wiedertäufen,
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Wie mancher ohne Bart in Phöbus' Auen springt,
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Und wie ein kollernd Pferd sich auf den Pindus schwingt;
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Allein ich hab' einmal die Thorheit aufgegeben.
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Es reime, wer da will; ich will in Friede leben.
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Hast du, Lysander, Witz, so folge meinem Rat:
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Der ist der klügste Mann, der nichts geschrieben hat.
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Laß einen Kirchenschwan Bär, Schaf und Rinder reimen,
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Laß einen Bavius von Heldenthaten träumen,
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Vertrag im Madrigal hirschfeldischen Verstand,
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Erheb den Schäferton von Kärnth und Bayerland,
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Und wenn ein Nordenhals mit rauher Kehle knastert,
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So sprich, daß er den Weg zum Musenberge pflastert,
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Und daß er doch dabei mehr süße Lieblichkeit
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Als Hofmannswaldau kaum und Opitz ausgestreut.
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Gieb alles willig zu und laß die blinden Schützen
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Um ihren Lorbeerkranz mit eignem Lobe blitzen;
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Inzwischen tröste dich bei deiner klugen Pein
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Mit griechischer Vernunft und sittlichem Latein
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Und trachte den Verstand der Alten zu ergründen,
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So wirst du, was du suchst und was uns mangelt, finden.
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Denn geh und werde klug und setze dich zur Ruh'
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Und sieh der Kinderlust mit Männeraugen zu,
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So hast du, wenn du willst, bei täglich neuen Sachen
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Papiere zum Toback und Zeug genug zum Lachen.
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Doch wo das Dichtersalz dich in den Adern jückt
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Und dich ein böser Geist aus deinem Zirkel rückt,
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Der dich im Sprunge will zum Flötenritter schlagen,
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So fang es endlich an mit halber Furcht zu wagen,
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Versammle, wo du kannst, der Jugend alten Graus
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Und pflanze Stück auf Stück und mach' ein Buch daraus;
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Denn stirb, so glaubt die Welt, daß mehr mit dir verdorben,
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Als am Homer Athen, Rom am Virgil gestorben.
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Schau, dieses ist der Weg, der dir bisher gefehlt
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Und dennoch deinen Geist auch nicht zu Tode quält.
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Schieb andern Müh' und Schweiß in ihren Jammerbusen;
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Ein ausgeführtes Werk ist nur für Bettelmusen,
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Und der hat wahrlich mehr als mancher Fürst gethan,
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Der seinen Unverstand mit Kunst verbergen kann.