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Wenn Dir, der Du mein Vaterland
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An Rosenseilen des Geschmackes leitest,
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Dem zauberreichen Gängelband,
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Dem jeder folgen muß, obschon ihm unbekannt,
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Wohin Dein höherer Verstand
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Ihn führen wird, (froh, daß Du ihn begleitest
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Verläßt er sich auf Deine Hand!)
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Wenn Dir, aus meiner glücklichen Höle,
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Dem schönen Hafen dichtrischer Ruh,
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Ein Ton aus allen Saiten der Seele
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Gefallen kann, so höre mir zu!
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Zu lange, falschen Heiligen gleich,
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Die, weil sie selbst sich plagen, verlangen,
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Es dürfe glücklich zu seyn kein Sterblicher sich erfangen,
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Und, nur für andre wizig und reich,
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Zu keinem Genuß des Daseyns gelangen,
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Zu lange wärmt' ich mich, mit hämischem Gesicht,
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An Deinem mir zu blendenden Licht,
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Das, wie des Himmels Gestirn, sanftschmeichelnd über uns gleitet.
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In finstre Wälder Klarheit verbreitet,
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Und, unbekümmert ob wir's sehen,
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Klippen und Thäler, Sümpf' und Seen,
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Aecker, Wiesen und weinvolle Höhen,
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Die ganze Aussenseite der Welt,
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So wie sie ist, uns vor Augen stellt.
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Was sag' ich, wie sie ist? Die magische Binde,
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Durch die Du sie weisest, stimmt uns gelinde
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Sie mit Entzücken zu sehn, und geschwinde
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Kleidt sich Alles in Aether ein,
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Und wir glauben unsterblich zu seyn.
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O, für den Augenblick, was geben,
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Freudenwecker! wie danken wir dir!
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Nur in solchem Moment' ist das Leben
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Werth der Mühe darnach zu streben;
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Nur in solchem Moment' ist das Herz
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Höherer Wesen Lustspiel und Scherz!
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Denn es umfast mit Lieb' und Freude,
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So wie sie, ein Weltgebäude
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Mit allem, was es von Glück umschliest,
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Fühlt sich Gott gleich und geniest.
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Laß den Müssiggänger wähnen,
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Auch ihm werde die frohe Angst
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Bey all den Schäzen, mit denen Du prangst,
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Der feine Spott, die wollustreichen Thränen,
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Die Du aus unserm Auge sangst,
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Im Sofa kommen, wenn er, um besser zu gähnen,
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Mit Nerven von Laster und Trägheit erschlafft,
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Aus Deinem Wize sich Opium schafft,
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Gleich einem Sultan ohne Sehnen,
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Erbarmungswerth im Arm paradiesischer Schönen;
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Oder laß die andere Art
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Gleich unheilbarer Müßiggänger,
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Aufgeblähter Schmetterlingsfänger,
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Kunstrichter mit und ohne Bart,
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Bald in Dir Moralen suchen,
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Ihr taubes Ohr hört nur Geschrey;
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In ihrer knechtischen Fantasey
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Wird jedes reizende Bild Verbrechen.
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Geht ungesehn bey ihnen vorbey.
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Mit unwiderstehlicher Melodie
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Das Laster hinwegzuscherzen, verlieh,
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Wies sich, mit deiner Sympathie
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Für's Schön' und Grosse, der Erde noch nie,
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Schlug nie, mit diesem Zauberstabe,
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Im kühlsten Herzen Gefühle hervor,
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Die's selbst im Glücke nicht verlor,
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Bewaffnete nie das wildeste Ohr,
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Selbst im bacchantischen Augenblick,
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Mit diesem Nerven für anderer Glück,
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Mit diesem Sinn für die Schöne der Tugend
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Gekleidt in ewige Schimmer der Jugend,
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Wie sie der trägsten Seele gefällt,
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Wer kennt, wie Du, die feinen Uebergänge
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Vom Licht zum Schatten, von Wahrheit zum Scherz,
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Und wer versteht das Farbengemenge,
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Wie Du, bey Sachen für das Herz?
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Durch Labyrinthe blühender Gänge,
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Gaukelnder Liebesgötter Gedränge
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Geht's unvermutet zu einsamen Pläzen,
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Wo wir uns hin zu weinen sezen.
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Uns überfällt ein seliger Schmerz,
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Der ganze Himmel sinkt in das Herz.
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So wälzet die Welt die brausenden Fluten
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Des scheinbaren Bösen immer zum Guten,
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Wo sie ein Götteraug übersieht;
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So weiss auch Dein unsterbliches Lied
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Der Thorheit kühlsten Mummereyen
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Absichten, die sie nicht kennt zu leihen,
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Und führt sie tanzend, mit thränendem Blick,
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Auf Rosen zu ihrem Herzen zurück.
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O komm, mein Wieland! werde mein Lehrer,
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Nicht im Gesang – wer sänge nach Dir?
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In jener Kunst, dem Freudenstörer,
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Dem unberufnen Heidenbekehrer
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So böhmisches Dorf! – der Tugend Panier
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Mitten im Meere der Welt zu pflanzen,
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Und Faunen zu zwingen umherzutanzen,
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Bacchantinnen, ergriffen von ihr,
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Zum Wunsch' ihrer Kindheit zurückezubringen,
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Thrazierinnen fühlbar zu singen,
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Zu singen, sag' ich, mit Deinem Gesang,
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Und auf dem dornigen Lebensgang,
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(so lang man nicht träumen will, dornig und rank!)
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Noch immer Blumen genug zu finden,
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Und draus elysische Kränze zu winden;
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Komm, schliesse dich mit
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Melpomenens Liebling, mich zu bilden,
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Und macht, aus einem Waregischen Wilden,
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Der keinen Vorzug kennt, als daß er fühlen Euch kann,
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Einen Eurer nicht unwerthen Mann.