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Ach rausche, rausche heiliger Wasserfall,
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Rausche die Zeiten der Kindheit zurück in mein Gedächtnis,
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Da ich noch nicht entwöhnt von deinen Brüsten,
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Mutter Natur, mit dankbar gefühliger Seele
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Dir im Schoos lag, dich ganz empfand.
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Schämst du dich, Wange, von jenen Flammen zu brennen,
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Schämst du dich, Auge, von jenen geheimen Zären,
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Jenen süssen, süssesten aller meiner Zären
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Wieder still befeuchtet zu werden?
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Nein so hab ich, so hab ich die Menschheit
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Noch in der wilden Schule der Menschen,
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Nein so hab ich sie noch nicht verlernt,
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Kann gleich mein Geist mit mächtigerm Schwunge
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Unter die Sterne sich mischen, die damals
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Nur als freundliche Funken mich ganz glücklich
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Ganz zum Engel lächelten.
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Aber itzt steh ich, nicht lallendes Kind mehr,
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Itzt steh ich dar ein brennender Jüngling,
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Blöße mein Haupt vor dem Unendlichen
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Der über meiner Scheitel euch dreht,
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Dank ihn, opfr ihm in seinem Tempel
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All meine Wünsche, mein ganzes Herz.
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Fühle sie ganz die große Bestimmung,
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All diese Sterne durchzuwandern
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Zeuge dort seiner Macht zu seyn.
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O wenn wird er, wenn wird er, der glücklichste der Tage
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Unter allen glücklichen meines Lebens,
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Wenn bricht er an, da ich froher erwache
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Als ich itzt träume – o welch ein Gedanke,
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Gott! – noch froher als itzt! ists möglich,
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Hast du soviel dem Menschen bereitet?
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Immer froher – tausendmal tausend
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Einen nach dem andern durchwandern und – immer froher
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O da verstumm ich – und sink in Nichts.
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Schaffe mir Adern du Allmächtiger dann! und Pulse,
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Die dir erhitzter entgegen fliegen,
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Und einen Geist, der dich stärker umfaßt.
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Herr! meine Hofnung! wenn die letzte der Freuden
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Ach denn – wenn nun die Wiedererinnrung
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Aller genossenen Erdenfreuden
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Unvermischt mit bittrer Sünde,
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Wenn sie mich einmal noch ganz überströmt
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Und dann, plautz der Donner mir zu Füßen
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Diese zu enge Atmosphäre
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Mir zerbricht, mir Bahn öfnet, weiter –
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In deinen Schoos Unendlicher:
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Ach wie will ich, wie will ich alsdenn dich
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Mit meinen Glaubensarmen umfassen
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Drücken an mein menschliches Herz.
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Laß nur, ach laß gnädig diesen Antheil von Erde
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Diese Seele von Erde mich unzerrüttet,
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Ganz gesammlet, dir darbringen zum Opfer
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Und dein Feuer verzehre sie. –
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Ach dann seht ihr mich nicht mehr, theure Freunde,
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Lieber Göthe! Der Freunde erster,
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Ach dann siehst du mich nicht mehr.
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Aber ich sehe dich, mein Blick dringt
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Mit dem Strahl des Sterns, zu dem ich eile,
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Noch zum letztenmahl an dein Herz,
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An dein edles Herz. – Albertine
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Du auch, die meiner Liebe Sayte
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Nie laut schallen hörtest, auch dich
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Auch dich seh ich, seegne dich – wär ich
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Dann ein Halbgott, dich glücklich zu machen,
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Die du durch all mein verzweiflungsvoll Bemühen
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Es nicht werden konntest – die du vielleicht es wardst
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Durch dich selbst – ach, die du in Nacht mir
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Lange, lange drey furchtbare Jahre
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Nun versunken bist – die ich nur ahnde! –
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Euch mein Vater und Mutter – Geschwister
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Freunde, Gespielen – fort zu vielfache Bande
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Reißt meine steigende Seele nicht wieder
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Nach der zu freundlichen Erde hinab. –
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Aber ich sehe dich dort, meine Doris
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Oder bist du vielleicht – trüber Gedanke!
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Nein du bist nicht zurückgekehrt.
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Nein ich sehe dich dort, ich will in himmlischer Freundschaft
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Mit dir an andern Quellen und Büschen,
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Sternenkind! ach wie wollen wir Kinder
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Hand in Hand dort spazieren gehn! –
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Aber Göthe – und Albertine –
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Nein, ihr reißt mich zur Erde hinunter.
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Grausame Liebe! ihr reißt mich hinunter.
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Reißt denn geliebte! reißt, denn ich folge
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Reißt – und macht mir die Erde zum Himmel!