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Colonna war der Freund und der Beschützer
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Von unserm Helden, und dabey Besitzer
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Von Titteln, Rang und Gütern. Und sein Freund
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Arm wie der Mond, der nur von fremder Güte scheint.
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Aus seinem Vaterland vertrieben – fein erzogen –
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Und so schiffbrüchig nun – im Herzen Wogen
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Der höchsten Leidenschaft, von aussen keinen Stern
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Und keinen Rath, als seinen Freund und Herrn.
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»ein Mann von vierzig Jahren ihr die Hand!
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Und insgeheim, weil ihm sein Ritterstand
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Die Ehe untersagt? Um reich zu erben
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Soll Laura elend leben, elend sterben?
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O tauber Himmel dies für Lauren! – und Petrarch
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Nähm' den Gedanken mit sich in den Sarg?
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Colonna hat Geschmack – wär' das für sie nicht wenig?
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Nein, er verdient sie nicht, wär' er ein König.
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Er, der der Schönheit und des Lebens satt,
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Nun ausgeliebt und ausgelebet hat,
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Er Lauren! – Gott, der du die Demuth ehrest
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Gott, ist er ihrer würdig? Du empörest
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Dies arme Herz selbst gegen meinen Freund.
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Mein Unmuth ist gerecht, so strafbar er auch scheint.
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Darf aber ein Vertriebner, ein Verbannter,
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Hier nur geduldet, darf ein Unbekannter –
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Ach zehnmal mehr vertrieben, mehr verbannt,
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In keiner Brust hat das für sie gebrannt.
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Ein Schatz kann nie in schlimmre Hände fallen
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Als in des Reichen. Gott du weißts, von allen
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Die jemals liebten, härmte niemand sich
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Mit tiefrer innrer Sehnsucht ab als ich. –
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Was schwärmst du, Unbescheidner! was erhöhest
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Du die Begierden so? bedenke wo du stehest!
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Bist du nicht Ixion, der Jupitern
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Um seine Göttin neidte? steh von fern
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Und fühl' es wer du seyst. – Ach kann ich ringen
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Mit meiner Leidenschaft? die seidnen Locken bringen
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Mich um den freyen Willen. Was kan ich dafür,
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Daß diese Nerven ihr nur zittern? War es mir
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Beym ersten Anblick doch, als ob für meine Mängel
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Und Leiden der Ersatz nur möglich wäre. – Engel!
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Wenn sich dein Licht auf mich herunterwälzt,
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Wird all mein Unglück Schnee, der an der Sonne schmelzt. –
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Zwar ist das Leben kurz und kühn das Unternehmen,
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Das kühnste – doch sie selbst spornt mich hinan.
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Laß ab! daß ich den Weg, den nie ein Fuß betrat,
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Empor an Felsen aufwärts hüpfe. – Hat
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Er, der die Sterne lenckt, umsonst geschaffen?
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Er weiset mir den Weg, giebt mir die Waffen!
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Dies Herz, das er in diese Brust gelegt,
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Ist auch sein Werk, wie die, für die es schlägt.
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Mit ihrer Reitze unermeßnen Schätzen
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Soll mein Gesang die Welt in Tränen setzen,
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Bis die von Lieb' und Wollust trunkne Welt
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Zum allgemeinen Glück auch mich gesellt.«