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Izo schikt sich die Muse, die ernsten tiefen Gesänge
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Mit den furchtbarsten Tönen zu schliessen. Izt flüchtet, ihr Freuden,
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Und ihr gefälligen Scherze, flüchtet weit weg, wo das
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Bild der entsezlichsten Scenen nie von zärtlichen Augen
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Mit der Träne der Menschheit benezt wird. Flieh auch du, Ruhe!
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In deinem weissen unschuldgen Gewande die strahlende Stirne
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Tief verhüllt. Erhebet die scheußlichen Flügel, ihr Schrekken!
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Wilde Phantome! naht euch aus euren Klüften, umringt mich,
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Zeigt mir die knirschenden Zähne, daß ich beängstigt und traurig,
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Würdig der Plagen lezte besinge. Schleiche mit langsam
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Drohenden Schritten mir nach, du blasser ächzender Tiefsinn,
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Daß ich die Scenen voll Graun und Verzweiflung würdig besinge.
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Ein Orkan reißt plözlich vom Sturm gepeischeten Weltmeer
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Wüthend sich loß, und treibt Verderbenschwangre Gewölke
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Ueber das Antliz der Erde zusammen. Die Göttin des Tages
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Blikket aus dem Gewitter nur selten mit zitterndem Strahle
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Nieder. Anhaltend raset der Wirbel. Holdselige Blüthen
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Stürzen von Zweigen hülfloß hinab und färben den Boden:
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Und die Luft füllt schwimmender Staub, der untreu der Erde
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In die Wolken vergeblich sich zu schwingen versuchet.
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Auch in den tiefsten Höhlen rotten verschworener Winde
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Fesselentlaßne Heere sich zusammen, sich Wege
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Durch die Erde zu öfnen. Ein unterirrdisches Donnern
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Kündigt entsezliche Schauspiele an. Stummdräuende Klippen,
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Graue, ehrwürdige Felsen, schütteln die Häupter und schelten
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Mit erschröklicher Stimme die Gegend umher. Schon entstürzen
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Hüpfende Thürme den wankenden Tempeln. In sprachloß-erschroknen
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Schaaren eilen die Menschen, die Mutter, die Erde zu fliehen,
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Die sie nicht tragen mehr will. Der schwarze Himmel sieht zornig,
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Wie der rebellische Boden sein Eingeweid gegen ihn ausspeyt,
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Seine breite Stirne runzelt; unwillige Wolken
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Krachen unter den Sturmwind, der aus dem Maule der Erde
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Wild heraufheult, und flatternde Flammen weit um sich her bläst.
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Auch der Ocean tobt, es drängt sich Welle auf Welle
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An das erschütterte Ufer, die gräßliche Scene zu sehen.
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Die untergehende Sonne beschleunigt den Abzug. Des Mondes
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Bleiches Antliz gukket scheu in die tönenden Thäler
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Und den aufrührischen Wald. Aus niedergestürzeten Eichen
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Schießt der nistende Adler schröklich empor und erfüllet
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Weit die Lüfte umher mit Schreyen um verlohrene Kinder.
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Wurzellos rauschen die seltsam umhertanzenden Linden,
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Deren Laub, wie Fluthen im Meer, sich wälzet: und über
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Sich erhebende Hügel flüchten die brüllenden Thiere
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In ihr Grab. Meilenhohe Berge wanken: langsam
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Sinkt ihr himmlisches Haupt dem tiefen Thal zu; die Lüfte
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Weit umher werden Staub, und selbst des Himmels Gewölke
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Weicht erschrokken seitwärts und vergisset zu donnern.
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Dort erhob eine zierliche Stadt die winkenden Thürme
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Hoch in die Lüfte. Kleinere Sonnen spiegelt' ihr glänzend
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Dach, wenn senkrecht der Strahl des Mittags sie traf, in die Fluren.
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Prächtig liefen hier Reyhen von Häusern: Säulen aus Marmor
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Stüzten die Tempel und Palläste, die der eiserne Kriegsgott
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Nie noch hatte mit Händen voll Bluts und Feuers bekämpfet.
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Drey Augenblikke! – Nun ist sie nicht mehr. Der Rachen der Erde
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Schlang sie hinab. Zehntausend Stimmen des Todes drangen
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Auf einmal durch die vom Schutt verfinsterte Sphäre.
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In den bewegten Gassen hob, sich empörendes Pflaster,
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Menschen und Thier empor; dann sank es unter; des nahen
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Stromes Quellen von drükkenden Bergen befreyet, entstürzten
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Ihrem zerstörten Gefängniß mit plözlicher Wuth, und fielen
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Ueber die Untergesunknen her: So, wenn er die mürbe
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Kette zerrissen, stürzet ein hungriger Bär auf das zarte
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Tändelnde Kind im Grase. Selbst aus den Brunnen empor schoß
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Ihr sonst ruhig Gewässer, und nezte mit irdischem Regen
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Wolken. Die berstende Erde füllt' ihre Wunden mit Menschen,
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Die oft halb begraben umsonst die flehenden Arme
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Hoch zum Himmel rangen. Oft auch (unglaubliche Mächte!)
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Spie der verschlingende Boden an fernen Orten die Todten
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Wieder von sich, verbrannt, mit Erd' umhüllet, kaum kennbar.
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Schiffe wurden vom schwellenden Meer ans Ufer geschleudert
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Und warfen Anker auf sandigter Flur. Wo Berge gestanden,
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Glänzten izt blaue Seen und manch entrunnener Landmann
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Fand seinen blumreichen Garten vor sich, der mit ihm verrükt ward.
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Siehe, da liegt nun das Wunder der Zeit, das Erstaunen der Enkel!
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Ewige Pracht in Schutt versenkt! unzerstörbare Schlösser
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Ueber einander gewälzt! und kleine Götter begraben!
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Wie ist das Antliz der Erde verzerrt! die traubenbedekten
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Höhen lieblicher Berge umgekehrt! und die erhabnen
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Stämme des dunkeln Waldes weit auf dem Boden verbreitet!
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Auf Arbelens Gefilden lagen so Leichen der Perser
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Deren emporgerichtete Spieße die Lüfte sonst schwärzten.
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Dunkelwallendes Roth dekt den noch nicht ruhigen Himmel,
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Gleich einem glühenden Ofen. Auch ward manch erschüttertes Ufer,
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Tief in den Schooß des Meeres hinabgerissen, zur Insel:
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Ein halbtodtes Geschlecht eröfnet izo die Augen,
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Und sieht auf ungebaueter Arche sich aus dem Rachen
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Der Verwüstung gerissen: denn Gott, dessen wankender Finger
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Unserer Erde Umsturz ist, noch ist seine Rechte
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Nicht verkürzt, und täglich thut er unerkannt Wunder.
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Jener marmorne Pallast, der umgekehrt da liegt, von Eulen
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Und gesättigten Raben bewohnt, erklang noch vom wilden
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Rauschen entweyheter Sayten und vom nächtlichen Lärmen
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Schwärmender Larven: indem erbebte der glänzende Boden
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Unter den tanzenden Füssen; die Spiegel schmetterten nieder
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Und die Corinthischen Pfeiler sanken. Mächtiger Schrekken
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Schlug auf den dünstenden Stirnen und blassen bebenden Lippen
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Buhlender Tänzer den kalten Thron auf: sie stürzten die Stiegen
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Stumm hinunter; mit loßgerissenen Haaren durchströmten
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Blühende Jungfraun die beweglichen Gassen; auch eilten
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Hinkende Greise an hülfreichen Stekken, weit hinter geblieben.
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Lamon, ein edler Jüngling, sah die grausame Erde
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Ihre Kinder verschlingen, die sie lang mütterlich nährte,
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Und gedachte zu fliehen, doch ein einstürzend Gebäude
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Ueberdekt' ihn; die Trümmer, vom sorgsamen Schuzgeist geleitet,
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Formten sich ihm zur Höhle: da lag er von Menschen und Geistern
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Gleich entfernt. Vergebens durchdrang seine heisere Stimme
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Die aufgethürmten Lasten. Noch hört' er das Schelten der Tiefe
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Und die Donner des Himmels und die Stimmen der Menschen,
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Die ein barbarisches Haus erdrükt! und prieß mit Gedanken
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Seinen Erretter: ihm wars verwehrt die Hände zu falten,
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Denn auf zertrümmerter Rechte lag ein spizziger Felsen
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Und die erstorbene Linke dekt ein Ruinengebirge.
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Kaum konnt' er Augen voll Tränen öfnen, kaum durft' er bisweilen
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Die gepressete Luft in sich athmen: bei jeder Bewegung
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Seines unsanft ruhenden Hauptes, oder der seufzend
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Sich erhebenden Brust, bebt' er, die untreue Wölbung
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Werd' ihn mit schnellem Gewicht zerquetschen. Sein Schreyen und Winseln
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Hörte hoch über ihm das Ohr der Gottheit: sie sandte
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Von dem stürmenden Himmel auf einer unsichtbaren Wolke
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Stärkenden Schlaf von liebkosenden Träumen begleitet, hernieder,
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Daß sie den bangen Sterblichen tröstlich erquikten: da sah er,
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Leise schnarchend (so schnarcht im Arme der Mutter ein Säugling),
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Seinen Schuzgeist vor sich. Mit ausgebreiteten Armen
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Schwebt' er über ihm, stüzte die ihn bedrohende Dekke,
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Und flößt' in sein verzagendes Herz einen Himmel von Ruhe.
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Plözlich erhob er lächelnd die undurchsehbare Wölbung,
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Warf die Steinhaufen ab, und zog mit mächtigen Händen
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Ihn aus der Grube hervor. Von Freud' und Dank hingerissen,
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Stürzt' aus den schlafenden Augen ein Strom von Tränen; er stammelt'
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Im Erwachen: »o Gott! o heiliger Engel!« und sah sich
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(unbeschreibliche Wonne!) in den umschlingenden Armen
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Seines Vaters. Der hatt' ein tiefes sterbendes Wimmern,
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Als er den Sohn zu suchen die schröklichen Scenen durchirrte,
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Leises Wimmern hatt' er vernommen. Athemloß rannt' er
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Hin zu dem jüngern Bekannten, und bat ihn, mit gütigen Händen
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Jene Berge von Schutt abzuwälzen: »denn tief unter ihnen,
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Sprach er, girrt eine schauererwekkende Stimme; mein klopfend
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Herz schlug höher empor, als ich sie hörte. Wo nicht diß
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Ahndende Herz zerspringen soll, wo nicht dieses heisse
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Wallende Blut vor deinem Antliz sich durch die gedrungnen
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Augen den Weg bahnen soll und rothe Ström' auf die Wangen
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Giessen, so komm und hilf mir! Bey Gott, der mit mächtiger Liebe
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Liebt, beim schröklichen Schiksal unglüklicher zärtlicher Väter,
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Die auf die Leichen der Kinder ihr Herz in Tränen ausgiessen:
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Bey deinem künftigen Tode und bei dem winselnden Röcheln
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Deiner die Seele aushauchenden Brust, beschwör' ich dich, hilf mir!«
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Und er half ihm. Ein abgehobener Felsen entdekt' ihm
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Eine zersplitterte Hand; da wandt' er das starre Auge
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Zum erhörenden Himmel und sank ohnmächtig; doch balde
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Wekt' ihn das Freudengeschrei des Freundes: die zitternden Arme
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Schlangen sich um den Sohn, noch eh er ihn zu erkennen
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Fähig war. »Mein Sohn!« – die Freude wehrt' ihm die Sprache:
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Und mit frohem lauten Weinen wurden sie beyde
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Unter ihr Dach getragen. – Täglich wölkete nachher
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Sich vom beglückten Geschlecht ein rauchendes Opfer zum Himmel,
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Ein Dankopfer von Seufzern und Jauchzen und Tränen der Freude.
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Doch welch fernes Zischen durchdringet das Ohr, zischet stärker,
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Und wird schrökkend Geräusch. Der Himmel verfinstert sich plözlich.
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Schaut! ein glühend Gewölke wälzt sich in rauchenden Lüften:
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Aus seinem Schoosse regnet flimmernde Asche hernieder.
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Jezo brüllet ein Berg und speyt seine Felsen weit um sich,
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Tausend Elenden traurige Grabsteine. Langsam ergiessen
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Sich aus dem Rachen der Hügel dampfende Ströme von Schwefel:
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Kochend wälzen sie sich durch die hinsterbenden Wiesen,
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Und um sie her stürzen Linden und Eichen mit lodernder Wurzel.
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Aber die Thiere flüchten mit schmerzhaftem Heulen; die Vögel
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Scheuchet die Gluth weit weg: an den entferntesten Ufern
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Werden schwazzende Dohlen und Störche die Wunder erzehlen.
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Jezo laß uns, o Muse! über jenes Gewässer,
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Das niegrünende Küsten, von Eißgebürgen umschanzet,
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Mit den kalten und schwarzen Wogen nezzet, den Blik hin
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Werfen aufs rauhe fruchtleere Land. Zwar herrscht hier allmächtig,
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Und wie in seiner Heymath der Nord mit beissendem Wehen:
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Aber dennoch bisweilen schüttelt die steinharte Erde
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Die unzerbrechlichen Bande (so schütteln verzweifelnde Mörder
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Auf dem Gerichtsplaz das schwere Eisen). Die Schneebehäuften,
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Mit dem neblichten Himmel vermischeten Gipfel der Berge,
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Werfen die Lasten von ganzen Jahrhunderten ab, und öfnen
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Schlünde voll blauer Flammen. Dann fliegt auf spiegelndem Eise
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Zitternd der Wilde hinweg: so floh Gebula und Zama
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(beide hatt' Amor mit seinem schärfsten Pfeile getroffen)
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In ihre Felle gehüllt, mit pochendem Herzen, als Güsse
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Funken senkrecht sie trafen. Vergebens spähte ihr Auge
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Nach dem löschenden Schnee: die rauhen Hüllen entglommen:
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Brennend umschlang Gebula die Gattin: »Zama! ich sterbe!
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Schau, die Hölle speyt marternde Flokken! So hab' ich noch niemals
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Schmerzen empfunden.« Er sprachs und sank auf den zischenden Boden.
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Zwar mit hohlen Händen bracht aus dem nähesten Thale
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Seine Geliebte Schnee und dekte den jammernden Liebling:
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Aber indem durchschnitt ein Felsstük rasselnd die Lüfte
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Und zerquetschte die treue Zama. Mit weiblichem Schreyen
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Bließ sie den Geist im Augenblik aus, den lang erst gequälet,
193
Mehr durch brennenden Schmerz als brennende Funken verzehret,
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Auch nachher Gebula aufgab.
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Die ihr sicher in Sünden dem Zorn des Ewigen trozzet,
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Zittert, hartnäkkige Thoren! Er spricht, dann wandeln die Plagen
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Ueber das Antliz der Erde; er winkt, dann fliehn Elemente
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Aus ihren Grenzen, zerstören und tödten. Vergebens, vergebens
199
Ringen dann freche Hände zum Himmel; vergebens erschallet
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Heuchlerisch Seufzen aus gottlosem Busen; das Auge, das niemals
201
Unter ruhenden Stürmen Tränen gekannt, erhebet
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Sich umsonst zu ihm, es blendt's sein göttliches Blizzen;
203
Eures Gebetes Geplärr' antwortet ein stärkerer Donner.
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Zwar der Mensch verlacht die Gefahr der Zukunft, glaubt, ewig
205
Werde die Sonn' ihm scheinen, der friedsame Frühling ihm lächeln:
206
Aber er spotte des nahen Gewölks, der erhobenen Rechte
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Des anziehenden Richters; Beelzebub höhnte die Allmacht
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Des Allmächtigen also, rottete Geister zusammen
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Und empörte sich: plözlich fühlte sein Nakken Donner
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Und sein sinkendes Haupt die Ferse des ewigen Sohnes.
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Wie die unlöschbare Gluth, wenn eine Wolke zerberstet
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Und in sie hinströmt, dampfend noch einmal empor schwillt, dann plözlich
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Sinkt und mit gräßlichem Heulen am Boden kriechet, so stürzte
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JeSUS, (beugt euch, Frevler! wie Rohr vor reissenden Winden,
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Vor dem Namen des Richters!), so stürzt' er die Fürsten des Abgrunds.
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Schaut! ein schwarzes Gewölke belastet die seufzenden Lüfte
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Und die Finsterniß dekket das Land. Es tönen die Stimmen
223
Des Entsezzens, des Zagens, des lauten Erbebens erschröklich
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Durch die Nacht. Doch schnell wird das zehnfältige Dunkel
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Von einem schröklichern Tag' erleuchtet. Zehntausend Blizze!
226
Ihnen folgen zehntausend, und zehnmal zehntausend erfüllen
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Die sie schleudernden Hände der Todesengel. Unzählbar
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Steigen entzündete Flammen empor: ein gräßliches Krachen
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Stürzender Städt' und Schlösser und des hohlen Donners,
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Der, nur ein Schlag, von einem Ende des Himmels zum andern
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Ununterbrochen umher kriecht, erschüttert den Boden. Von fernher
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Schallt die geweissagt gefürchtete Stimme der hohen Posaune:
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Und die plözlich zerspringenden rasselnden Gräber antworten:
236
Und der Pole Axe drehet sich nicht mehr; die Klüfte
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Stürzen zusammen: die Pforten der Hölle fallen aus ihren
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Angeln. Es sinken die Geister des Pfuhls mit schnellem Entsezzen
239
Jeder unzählige Klafter tiefer in die Tiefe;
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Plözlich werden sie wirbelnd emporgehoben, ein Donner
241
Schlug sie empor. In furchtbare Reihen ordnen die Engel
242
Izt die verworfenen Geister und verzweifelnde Menschen:
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Ihnen entgegen jauchzet die heilige Schaar und siehet
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Mit emporgerektem Haupt den Vater, den Richter
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In unnachahmbarem Glanz auf lichten zerfliessenden Wolken,
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Mit dem ganzen feirenden Heer des Himmels daher ziehn.
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So (wenn der unedle Vergleich zu wagen ist) ziehet
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Unter mystischem Sternentanz, der Nächte Beherrscher
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Still majestätisch daher. Jezt werden die Bücher des Rechtens
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Loßgewälzt und gerichtet. Zwar wagt es die Rotte der Linken
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Ihren Mund aufzuthun zur Vertheidigung: aber ein grauser
252
Donnerschlag stösset antwortend sie alle hinab, mit Entsezzen
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Und mit lautem Jammern hinab in den offenen Rachen
254
Des feuerstürmenden Pfuhls. Da nun in grundlose Gründe,
255
Jeder vergeblich arbeitend hinabsinkt, schliessen sich donnernd
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Die unbarmherzigen Pforten der Höll' auf ewig, auf ewig –
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Sagt es mir nach, ihr Donner des Himmels, damit es den Sündern
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Tief in den Busen sich äzze, sagts, unersteigliche Klippen!
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Im erschröklichen Nachhall: auf ewig! auf daß der Verworfnen
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Einer nicht etwa sich ferner erkühne, zu besseren Welten
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Rachsüchtig aufzusteigen, und ihre ätherischen Lüfte
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Mit dem höllischen Hauch zu vergiften. Indessen erheben
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Perlenwolken die Edlen, die Freunde des lächelnden Richters,
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Mit seinem Kleide bekleidt: sie singen in wirbelnden Lüften
265
Nie gehörete Jubel. O Wonn'! o lautes Entzükken! –
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Schweigt, gefiederte Bürger des Waldes! du steigende Lerche!
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Und du, emsige Schwalbe! die höher aufsteigende Seele
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Wird durch euch wieder zur Erde hinabgerissen. – Doch schweigt nicht!
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Auch ihr singt Loblieder dem HERRN, der mit frölichen Donnern,
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Prächtig lachenden Blizzen sein Volk heimholen wird, schweigt nicht,
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Auch ihr singt Loblieder dem HERRN!