Parabel

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Friedrich Hebbel: Parabel (1838)

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Jüngst traf ich einen alten Mann
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Und hub ihm vorzusingen an,
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Doch an den Mienen des Gesichts
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Bemerkt' ich bald, er höre Nichts.
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Da dachte ich: der Greis ist taub,
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Drum wird dein Lied des Windes Raub,
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So thu ihm denn, nicht durch den Mund,
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Durch Zeichen Dieß und Jenes kund.
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Ich that's, doch ward mir leider klar,
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Daß er auch schon erblindet war,
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Denn, wie der Frosch aus seinem Sumpf,
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Hervor glotzt, sah er dumpf und stumpf,
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Und ungestört in seiner Ruh',
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Der Sprache meiner Finger zu.
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Ich rief: mit dem steht's schlimm genug,
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Doch mögt' ich ihm den letzten Zug
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Noch gönnen aus dem Lebensquell!
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Da reicht' ich ihm die Rose schnell,
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Die ich für meine Braut gepflückt,
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Allein auch das ist schlecht geglückt,
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Ihm schien der Duft nicht mehr zu sein,
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Wie einem Gartengott von Stein.
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Nunmehr verlor ich die Geduld,
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Ich dacht' an meines Mädchens Huld,
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Die mir so schmählig jetzt entging,
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Da sie die Rose nicht empfing,
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Und jagte ihm im ersten Zorn
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In's dicke Fell den scharfen Dorn;
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Doch bracht' auch dieß ihm wenig Noth,
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Er zuckte nicht, er – war wohl todt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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