Letzter Wunsch

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Friedrich Hebbel: Letzter Wunsch (1838)

1
Mancherlei Wünsche hatt' ich und mancherlei hab' ich für's Leben,
2
Einen einzigen nur spar' ich mir auf für den Tod:
3
Daß sich in Flammen mein Geist entbinden möge, noch glühend
4
Von dem letzten Gedicht, daß sich in Flammen mein Leib
5
Wandeln dürfe in Asche, bevor noch völlig das Antlitz
6
Sich zur Larve verstellt, das der Geliebten gefiel!
7
Jenes geb' ich den Göttern anheim und dieses den Freunden,
8
Die es wissen, wie sehr stets vor Gewürm ich gebebt;
9
Mögen sie still mir den Holzstoß errichten und rasch ihn entzünden,
10
Ein gefälliger Wind bläset wohl freundlich hinein!

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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