Bei der Bestattung des Herzogs von Augustenburg

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Friedrich Hebbel: Bei der Bestattung des Herzogs von Augustenburg (1838)

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Volk, was tummelst du dich? »Der Herzog wird ja begraben!
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Hörst du die Glocken denn nicht? Laut genug hallen sie doch!«
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O, du glückliche Menge, dir kann es nimmermehr fehlen,
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Alles wird dir zum Fest, ganz, wie die Hochzeit, der Tod.
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Männer und Weiber, der Greis mit silberhaarigem Scheitel,
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Und das quellende Kind dort auf dem Arme der Magd,
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Alle strömen herbei, sie wollen die stolzen Carossen
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Sehen, die Pferde im Putz und die Lakaien im Staat.
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Würde er selbst hier, der Tod, bestattet, und läge die Hippe
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Statt des Schwerts, auf dem Sarg, welche uns Alle bedroht,
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Bunter wäre es nicht, und lustiger kaum, das Gefolge,
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Traun, sie blicken darein, wie es Unsterblichen ziemt.
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Jener Greis, er zählt sein Alter von Hundert herunter,
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Und da bleiben ihm noch zwanzig der Jahre, und mehr,
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Dieses Kind, es läßt gar von der Magd sich versprechen,
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Daß man ihm morgen zur Lust Kaiser und König begräbt.
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Ich nur sehe den Todten mit seinem geschlossenen Auge,
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Ich nur das lehmerne Bild, welches der Deckel verbirgt.
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Doch schon sehe auch ich ihn nicht mehr, dort lächelt ein Mädchen,
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Und es kommt mir so vor, daß sie mich kennt und mir winkt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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