Auf den Dom zu Sanct Stephan in Wien

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Friedrich Hebbel: Auf den Dom zu Sanct Stephan in Wien (1838)

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Altehrwürd'ges Symbol der wahren Einheit und Eintracht,
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Welch ein gewaltiges Bild stellst du mir hin vor den Geist!
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Mehr erhebt es mich fast, dich werden zu seh'n in Gedanken,
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Als mich, gesättigten Blicks, deiner Vollendung zu freu'n.
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Welch ein harmonisches Leben! Welch fröhlicher Austausch der Kräfte!
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Und von Geschlecht zu Geschlecht schlingt sich das heilige Band.
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Kaum entfaltet der Meister, des Genius irdischer Herold,
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Fromm und begeistert den Plan, als sich auch Alles ihm beugt:
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Nicht das Handwerk bloß, das nur durch's Dienen sich adelt,
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Auch die stolzere Kunst horcht nur auf seinen Befehl.
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Einer greift zur Kelle, der And're zum Meißel, und freudig
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Fängt nun Jeglicher an, was er nicht endigen soll.
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Wer als kräftiger Jüngling die luft'gen Gerüste erklommen,
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Steigt erst herunter als Greis, doch es ersetzt ihn sein Sohn,
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Diesen wieder sein Enkel, und als nun endlich der Letzte
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Für die Spitze des Thurms windet den schimmernden Kranz,
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Siehe, da kann er die Blumen auf dessen Grabe schon pflücken,
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Welcher den Grundstein einst, gläubig vertrauend, gelegt!
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Aber nun stehst du auch da, ein Fels, von menschlichen Händen,
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Und verkündest der Welt, wie man das Dauernde schafft!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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