Die Sprache

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Friedrich Hebbel: Die Sprache (1845)

1
Als höchstes Wunder, das der Geist vollbrachte,
2
Preis' ich die Sprache, die er, sonst verloren
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In tiefste Einsamkeit, aus sich geboren,
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Weil sie allein die andern möglich machte.

5
Ja, wenn ich sie in Grund und Zweck betrachte,
6
So hat nur sie den schweren Fluch beschworen,
7
Dem er, zum dumpfen Einzelsein erkoren,
8
Erlegen wäre, eh' er noch erwachte.

9
Denn ist das unerforschte Eins und Alles
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In nie begriff'nem Selbstzersplitt'rungs-Drange
11
Zu einer Welt von Puncten gleich zerstoben:

12
So wird durch sie, die jedes Wesen-Balles
13
Geheimstes Sein erscheinen läßt im Klange,
14
Die Trennung völlig wieder aufgehoben!

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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