3.

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Friedrich Hebbel: 3. (1844)

1
Alle Wunden hören auf, zu bluten,
2
Alle Schmerzen hören auf, zu brennen,
3
Doch, entkrochen seines Jammers Fluten,
4
Kann der Mensch sich selbst nicht mehr erkennen,
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Mund und Auge sind ihm zugefroren,
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Selbst des Abgrunds Tiefe ist vergessen,
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Und ihm ist, als hätt' er Nichts verloren,
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Aber auch, als hätt' er Nichts besessen.

9
Denn das ewige Gesetz, das waltet,
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Will die Harmonie noch im Verderben,
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Und im Gleichmaaß, wie es sich entfaltet,
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Muß ein Wesen auch vergeh'n und sterben.
13
Alle Theile stimmen nach dem einen
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Sich herunter, den der Tod beschlichen,
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Und so kann es ganz gesund erscheinen,
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Wenn das Leben ganz aus ihm gewichen.

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Ja, ein Weh giebt's, das man nicht ertrüge,
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Wenn es nicht sein eig'nes Maaß zerbräche,
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Und, wie einer abgeschmackten Lüge,
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Der Erinn'rung selber widerspräche.
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Dann, vergessend in der innern Oede,
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Daß einst frisch das Herz geschlagen habe,
23
Ist ein Mensch der Nessel gleich, die schnöde
24
Wuchert über seinem eig'nen Grabe.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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