Der Kranke

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Friedrich Hebbel: Der Kranke (1838)

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Der Kranke in seinem Bette,
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Wie schlief er so schwer und bang,
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Als hin zu der schwülen Stätte
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Der erste Lenzhauch drang.

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Ein Fenster war aufgegangen,
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Durch das er hinein sich stahl,
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Nun kühlt er die heißen Wangen,
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Die glühende Stirn zumal.

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Und all dies linde Kosen,
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Das Blüten gelockt aus dem Baum,
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Es giebt dem Hoffnungslosen
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Genesung in süßem Traum.

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Doch ach, der holde Gedanke
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Erschüttert zu sehr sein Herz,
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Vor Freuden erwacht der Kranke
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Und fühlt den alten Schmerz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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