Horn und Flöte

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Friedrich Hebbel: Horn und Flöte (1835)

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Tief in des Berges Grunde,
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Da ruhte das Metall,
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In ödem Steingeklüfte,
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Taub, ohne Glanz und Schall.
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Oft um des Berges Gipfel
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Hat dumpf der Sturm gerauscht,
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Man hat in seinen Tiefen
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Gewässersturz erlauscht.

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Fern an des Ganges Ufer,
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Da stand der Sandelbaum;
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Die Sonne einsam drüber
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Im weiten Himmelsraum.
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Goß die auf ihn hernieder
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Der Stralen heiße Glut,
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So kühlte ihn der Lotos
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Durch seiner Düfte Flut.

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Man wagte sich hinunter
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Bis zu des Berges Herz
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Und stahl mit keckem Finger
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Sein treu bewahrtes Erz.
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Durch Feuer und durch Wasser
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Hat das den Weg gemacht,
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Draus haben Menschen-Hände
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Ein Horn hervorgebracht.

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Es haben gift'ge Winde
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Den edlen Baum entstellt,
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Dann hat ein fleiß'ger Schiffer
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Ihn ganz und gar gefällt.
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Ihn über's Meer zu führen,
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Hielt er ihn nicht zu schlecht,
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Zur Flöte fand ein Meister
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Drauf einen Zweig gerecht.

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Nun bläsest du die Flöte
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Und du das Horn zur Stund',
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Und Horn und Flöte machen
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Mir manch Geheimniß kund.
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Bald in des Berges Schooße
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Vermeine ich zu sein,
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Und bald, mich zu ergehen
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In Indiens Sonnenschein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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