1. Das Haus im Walde

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Friedrich Hebbel: 1. Das Haus im Walde (1838)

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Ich bin im Walde gegangen,
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Da traf ich ein kleines Haus,
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Dort gingen die Engel Gottes
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Sichtbarlich ein und aus.

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Das Gärtchen, umher gezogen,
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Bot Aepfel und Birnen genug,
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Ein Weinstock spann sich durch's Fenster,
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Der duftige Trauben trug.

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Die Mutter säugte den Knaben,
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Sie neigte sich über ihn,
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Daß ihre rosige Wange
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Ein Abglanz der seinigen schien.

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Nun pflückt sie die schwerste der Trauben,
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Die selbst die Schulter ihr tickt,
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Die Rebe will sie erquicken,
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Wie sie ihr Kind erquickt.

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Und vor ihr, auf dem Tische,
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Steht eine Flasche Wein,
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Ein Becher dabei, die werden
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Wohl für den Gatten sein!

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Geräusch! – »Dein Vater, Knabe!«
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Sie schenkt den Becher voll.
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Noch nicht! Die Birne fiel nur,
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Die sie ihm reichen soll.

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Ich mögte vor sie treten,
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Es ist noch eben Zeit,
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Und sprechen: laß mich trinken,
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Ich habe noch so weit!

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Sie würde den Trunk mir reichen,
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Der ihm beschieden war,
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Mir würde sein, als böt' ihn
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Der Friede selbst mir dar.

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Doch nein, ich will mich wenden,
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Der Wald ist dick und wild,
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Ich will in den Wald mich verlieren,
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Wer tritt hinein in ein Bild!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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