An Hedwig

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Friedrich Hebbel: An Hedwig (1837)

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Es war in schöner Frühlingszeit,
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Als ich dich fand bei Spiel und Scherz,
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Da drängte all' die Lieblichkeit
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Sind lind, wie nie noch, an mein Herz.

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Du selber warst dem Frühling gleich,
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Der nur verspricht, doch nicht gewährt,
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Drum ward ich nicht vor Sehnsucht bleich
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Und von Entzücken nicht verklärt.

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Es war der Morgen vor dem Fest,
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An dem man nur noch Träume tauscht,
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Das Weh, das keinen Stachel läßt,
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Die Freude, welche nicht berauscht.

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Wie nur noch grün der Rosenstrauch,
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Doch auch schon grün die Nessel war,
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So glichen sich die Stunden auch,
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Die uns beglückten, wunderbar.

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Nach manchem Tag kam dann der Tag,
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Der uns, vielleicht auf ewig, schied;
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Ich trug es, wie man's tragen mag,
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Wenn man den Frühling scheiden sieht.

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Nur selten stieg dein holdes Bild
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Mir auf in der erstarrten Brust,
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Doch, ward ich einmal weich und mild,
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So war ich gleich mir dein bewußt.

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Und dieses fühl' ich: blick' ich einst
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Von meinem Sterbebett zurück,
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So ist, daß du mir noch erscheinst,
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Mein letzter Wunsch, mein letztes Glück.

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Du warst mein Lebensengel, sei
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Denn du mein Todesengel auch,
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Dann mischt noch in den Herbst der Mai
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Den überquellend-vollen Hauch.

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Am Morgen, wo der Mensch ersteht
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Für seinen schweren Tageslauf,
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Und Abends, wenn er schlafen geht,
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Da schaut er gern zum Himmel auf!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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