Auf eine Unbekannte

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Friedrich Hebbel: Auf eine Unbekannte (1836)

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Die Dämmerung war längst herein gebrochen,
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Ich hatt' dich nie geseh'n, du tratst heran,
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Da hat dein Mund manch mildes Wort gesprochen
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In heil'gem Ernst, der dir mein Herz gewann.
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Still, wie du nahtest, hast du dich erhoben
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Und sanft uns Allen gute Nacht gesagt,
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Dein Bild war tief von Finsterniß umwoben,
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Nach deinem Namen hab' ich nicht gefragt.

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Nun wird mein Auge nimmer dich erkennen,
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Wenn du auch einst vorüber gehst an mir,
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Und hör' ich dich von fremder Lippe nennen,
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So sagt dein Name selbst mir Nichts von dir.
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Und dennoch wirst du ewig in mir leben,
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Gleichwie ein Ton lebt in der stillen Luft,
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Und kann ich Form dir und Gestalt nicht geben,
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So reißt auch keine Form dich in die Gruft.

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Das Leben hat geheimnißvolle Stunden,
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D'rin thut, selbst herrschend, die Natur sich kund;
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Da bluten wir und fühlen keine Wunden,
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Da freu'n wir uns und freu'n uns ohne Grund.
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Vielleicht wird dann zu flüchtigstem Vereine
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Verwandtes dem Verwandten nah' gerückt,
23
Vielleicht, ich schaudre, jauchze oder weine,
24
Ist's dein Empfinden, welches mich durchzückt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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