Der Schmetterling

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Friedrich Hebbel: Der Schmetterling (1833)

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Ein Räuplein saß auf kleinem Blatt,
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Es saß nicht hoch, doch aß es satt
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Und war auch wohl geborgen;
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Da ward das kleine Raupending
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Zum Schmetterling,
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An einem schönen Morgen
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Zum bunten Schmetterling.

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Der Schmetterling blickt um sich her,
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Es wogt um ihn ein goldnes Meer
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Von Farben und von Düften;
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Er regt entzückt die Flügelein:
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Muß bei euch sein,
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Ihr Blumen auf den Triften,
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Muß ewig bei euch sein!

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Er schwingt sich auf, ihn trägt die Luft
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So leicht empor, er schwelgt in Duft,
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O Freude, Freude, Freude!
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Da saus't ein scharfer Wind vorbei,
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Reißt ihm entzwei
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Die Flügel alle beide,
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Der Wind reißt sie entzwei.

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Er taumelt, ach! so matt, so matt,
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Zurück nun auf das kleine Blatt,
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Das ihn ernährt als Raupe.
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O weh', o weh', du armes Ding!
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Ein Schmetterling,
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Der nährt sich nicht vom Laube –
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Du armer Schmetterling!

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Ihm ist das Blatt jetzt eine Gruft,
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Ihn letzt nur Blumensaft und Duft,
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Die kann er nicht erlangen,
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Und eh' noch kommt das Abendroth,
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Sieht man ihn todt
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An seinem Blättlein hangen,
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Ach kalt, erstarrt und todt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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