An Herrn Hofrath C*

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Johann Peter Uz: An Herrn Hofrath C* (1755)

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Ich schleiche mich aus einem Hayn,
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Wo Myrthen unter Lorbeern rauschen,
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Und Liebesgott und Satyr lauschen,
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In einen lichten Tempel ein.
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Die Musen lachen mir entgegen:
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In Marmor nachgeahmt, scheint iede sich zu regen,
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Und mehr, als bloßer Stein, zu seyn.
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Der weise Marmor scheint beseelet:
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Von keinem neidischen Gewand
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Wird auch der kleinste Reiz verheelet;
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Und weder schönes Maaß, noch jenes Weiche fehlet,
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Das alter Griechen leichte Hand,
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Von Grazien geführt, mit hartem Stein verband.
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In Marmor stehn an ihren Seiten
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Die Dichter neuer Zeit, bey Dichtern alter Zeiten:
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Da Lieblichkeit am Griechen lacht,
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Ein Ernst voll Majestät den Römer kenntlich macht,
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Und manche Härte noch und wildere Geberden
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In iedem Bild entdecket werden,
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Das jüngre Kunst hervor gebracht.
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Mein Auge säumt bey iedem Stücke;
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Doch Pindar fesselt meine Blicke.
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Sein stolzes Auge rollt, voll ungestümer Glut,
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Voll heilger Wuth.
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Dem kühnen Griechen gegen über
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Steht Flaccus, dessen Blick satirisch lächelnd blitzt:
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Er singt, von sanftern Gott erhitzt,
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Und ohne Zückung, ohne Fieber.
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Oft nachgeahmt und nie erreicht,
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Hebt sein geflügelt Lied sich prächtig, hoch, doch leicht.

(Uz, Johann Peter: Lyrische und andere Gedichte. 2. Aufl. Ansbach, 1755.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Peter Uz
(17201796)

* 03.10.1720 in Ansbach, † 12.05.1796 in Ansbach

männlich, geb. Uz

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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