Ich weiß nicht, was ich suchen könnte

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Novalis: Ich weiß nicht, was ich suchen könnte Titel entspricht 1. Vers(1787)

1
Ich weiß nicht, was ich suchen könnte,
2
Wär jenes liebe Wesen mein,
3
Wenn er mich seine Freude nennte,
4
Und bei mir wär', als wär' ich sein.

5
So Viele gehn umher und suchen
6
Mit wild verzerrtem Angesicht,
7
Sie heißen immer sich die Klugen,
8
Und kennen diesen Schatz doch nicht.

9
Der Eine denkt, er hat's ergriffen,
10
Und was er hat, ist nichts als Gold;
11
Der will die ganze Welt umschiffen,
12
Nichts als ein Nahme wird sein Sold.

13
Der läuft nach einem Siegerkranze
14
Und Der nach einem Lorbeerzweig,
15
Und so wird von verschiednem Glanze
16
Getäuscht ein jeder, keiner reich.

17
Hat er sich euch nicht kund gegeben?
18
Vergaßt ihr, wer für euch erblich?
19
Wer uns zu Lieb' aus diesem Leben
20
In bittrer Qual verachtet wich?

21
Habt ihr von ihm denn nichts gelesen,
22
Kein armes Wort von ihm gehört?
23
Wie himmlisch gut er uns gewesen,
24
Und welches Gut er uns bescheert?

25
Wie er vom Himmel hergekommen,
26
Der schönsten Mutter hohes Kind?
27
Welch Wort die Welt von ihm vernommen,
28
Wie viel durch ihn genesen sind?

29
Wie er von Liebe nur beweget
30
Sich ganz uns hingegeben hat,
31
Und in die Erde sich geleget
32
Zum Grundstein einer Gottesstaat?

33
Kann diese Bothschaft euch nicht rühren,
34
Ist so ein Mensch euch nicht genug,
35
Und öffnet ihr nicht eure Thüren
36
Dem, der den Abgrund zu euch schlug?

37
Laßt ihr nicht alles willig fahren,
38
Thut gern auf jeden Wunsch Verzicht,
39
Wollt euer Herz nur ihm bewahren,
40
Wenn er euch seine Huld verspricht?

41
Nimm du mich hin, du Held der Liebe
42
Du bist mein Leben, meine Welt,
43
Wenn nichts vom Irdischen mir bliebe,
44
So weiß ich, wer mich schadlos hält.

45
Du giebst mir meine Lieben wieder,
46
Du bleibst in Ewigkeit mir treu,
47
Anbetend sinkt der Himmel nieder,
48
Und dennoch wohnest du mir bei.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Novalis
(17721801)

* 02.05.1772 in Wiederstedt, † 25.03.1801 in Weißenfels

männlich, geb. Hardenberg

natürliche Todesursache | Blutung

deutscher Dichter der Frühromantik

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.