3.

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Novalis: 3. (1787)

1
Wer einsam sitzt in seiner Kammer,
2
Und schwere, bittre Thränen weint,
3
Wem nur gefärbt von Noth und Jammer
4
Die Nachbarschaft umher erscheint;

5
Wer in das Bild vergangner Zeiten
6
Wie tief in einen Abgrund sieht,
7
In welchen ihn von allen Seiten
8
Ein süßes Weh hinunter zieht; –

9
Es ist, als lägen Wunderschätze
10
Da unten für ihn aufgehäuft,
11
Nach deren Schloß in wilder Hetze
12
Mit athemloser Brust er greift.

13
Die Zukunft liegt in öder Dürre
14
Entsetzlich lang und bang vor ihm –
15
Er schweift umher, allein und irre,
16
Und sucht sich selbst mit Ungestüm.

17
Ich fall' ihm weinend in die Arme:
18
Auch mir war einst, wie dir, zu Muth,
19
Doch ich genas von meinem Harme,
20
Und weiß nun, wo man ewig ruht.

21
Dich muß, wie mich ein Wesen trösten,
22
Das innig liebte, litt und starb;
23
Das selbst für die, die ihm am wehsten
24
Gethan, mit tausend Freuden starb.

25
Er starb, und dennoch alle Tage
26
Vernimmst du seine Lieb' und ihn,
27
Und kannst getrost in jeder Lage
28
Ihn zärtlich in die Arme ziehn.

29
Mit ihm kommt neues Blut und Leben
30
In dein erstorbenes Gebein –
31
Und wenn du ihm dein Herz gegeben,
32
So ist auch seines ewig dein.

33
Was du verlohrst, hat er gefunden;
34
Du triffst bey ihm, was du geliebt:
35
Und ewig bleibt mit dir verbunden,
36
Was seine Hand dir wiedergiebt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Novalis
(17721801)

* 02.05.1772 in Wiederstedt, † 25.03.1801 in Weißenfels

männlich, geb. Hardenberg

natürliche Todesursache | Blutung

deutscher Dichter der Frühromantik

(Aus: Wikidata.org)

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