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So sah'n wir denn – was wir wohl nimmer sehen werden –
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Der Kirche sichtbar Haupt, das Ebenbild von dem,
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Der, als er seine Kirche hier auf Erden
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Und barfuß ging, der in Jerusalem
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Auf einer Eselin, die er sich miethen,
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Nicht schenken ließ, demüthig eingeritten,
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Der's duldete, daß man ihm da Hosanna rief,
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Der aber, als man ihm von einer Krone sagte,
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Vor dieser Einzigen fort auf die Berge lief,
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Und eh' auf einer Dornenkrone schlief,
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Als einen Griff nach einer gold'nen wagte.
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Wir sah'n das Nachbild dessen, der
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Als Lehrer seiner Jünger und als Herr
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Die Füsse ihnen wusch, und sie –
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Aus Demuth – nicht blos aus Ceremonie –
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Es auch so machen hieß, der durch sein ganzes Leben
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Der Diener seiner Diener – zwar
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Nicht hieß – doch in der That es war;
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Dem's Wonne war, umsonst die Sünden zu vergeben,
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Der seinen Mördern noch am Kreuze Gutes that,
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Und sterbend seinen Vater um Vergeben,
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Und nicht um Fluch für seine Feinde bat;
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Der seinen Anverwandten zugethan,
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So lang er lebte, war, sie durch Gehorsam ehrte,
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Und Hoheit, Titel, Rang entbehren lehrte,
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Ja, dessen Vater gern ein Zimmermann
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Bis an sein Ende blieb; der darum auch sein Reich
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Auf einen armen Fischer bauen wollte,
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Der ihm sodann in Allem gleichen sollte.
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Und diesem einzigen und ersten Muster gleich
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Denkt Pius, den wir sah'n; denn was von Schimmer
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Ihn hie und da umgab, war immer
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Nur Staat, der ihm als Fürst von Rom gebührt,
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Theils auch Gepränge nur, womit sein hoher Wirth
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Als Gast ihn ehrte. Sonst war Heiligkeit
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Sein Glanz, und Demuth nur sein Kleid,
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Und o, der Gaben schönste, die hienieden
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Gott seinen Auserwählten nur beschieden,
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Die war an ihm – Genügsamkeit!
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Und nun, was that der heil'ge Weise
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Für uns? – Ist etwa die Geschichte seiner Reise:
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Er kam und segnete und ging? – O nein!
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Auf so was schränkt ein Pius sich nicht ein:
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Zwar war das Erste, was mit vollen Händen
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Er Josephs Unterthanen auszuspenden
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Nicht müde ward, nur Segen: doch auch den
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Gab er den frommen Gläubigen
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Mehr mit dem Herz, als mit den Händen;
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Und wenn der Pöbel hie und da
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Mehr auf die Hand als auf das Herz des Gebers sah,
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So war's nicht seine Schuld: dem Pöbel
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Wird jede Ceremonie zum Nebel,
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Er sieht nicht durch! – Gebt ihm das Heiligste,
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Selbst die Religion im Kleide
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Von Prunk und Ceremonie,
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Er starrt sie an mit eines Kindes Freude,
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Und sieht – auf Kleid und Schnirkel nur erpicht, –
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Vor lauter Putz – die Heil'ge selber nicht.
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Wenn dieser Pöbel nun nur Augenweide
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Bei seiner heil'gen Messe fand,
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Wenn er, indem des hohen Priesters Hand
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Dem Höchsten ein gefällig Opfer brachte,
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Das Haus des Herrn zum Opernhause machte,
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Wenn er den Rang des Priesters nach den Stufen maß
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Und ihn – weil er am Tabernakel saß –
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Für einen Gott ansah; wenn er bei jenem Segen,
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Womit des Herren Mund sonst Kranken Heilung sprach,
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Aus Ungestüm sich Arm und Beine brach –
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So war's nicht seine Schuld. Ja dieser Schwachen wegen,
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Die in dem ersten, heil'gen Wahn
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An ihm ein überirdisch Wesen sah'n,
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That der Demüthige Gewalt sich an.
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Und ließ – um sie zu überführen,
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Daß er von Fleisch und Blut, wie and're Menschen sei –
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Von ihrem Mund sich Hand und Fuß berühren.
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Dies und des Guten vielerlei
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That Pius uns. – Und nun, wie lohnte
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Ihm Joseph dies? – Mit einer Achtung, die
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Das Oberhaupt der Kirche nie
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Geziemender sich wünschen konnte!
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Mit noch was mehr? Er ließ auch dem Gefürsteten,
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Wie er sein Volk beherrsche, seh'n,
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Und Pius sah an Joseph einen Mann,
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Der für sein Volk nur lebt, der gerne Nächte
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Durchwacht, damit sein Unterthan
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In Sicherheit und Ruhe schlafen möchte;
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Der ob des Bürgers Wohl so ganz Sein Selbst vergißt
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Und von dem Guten, das in Strömen
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Aus seiner Hand sich über uns ergießt,
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So wenig – o sogar nichts selbst genießt!
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Der seinen Schimmer nicht in Diademen
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Voll Edelsteinen sucht, der jenen Glanz nicht liebt,
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Den nur die Pracht den Weltbeherrschern gibt,
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Der keinen Glanz, als jenen seiner Staaten
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Verlangt, und angethan mit seinen weisen Thaten,
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Mit freudigem Bewußtseyn sagen kann:
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Das ist mein Kleid! – Sah Pius nun den Mann,
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Der, o so ganz, sich seinen Völkern weihet,
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Und für ihr Wohl nicht Schweiß, noch Mühe scheuet,
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Sagt, fiel ihm nicht bei diesem Anblick bei:
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Daß es gemächlicher und leichter sei,
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Die Völker eines Reichs zu segnen, als von ihnen
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Sich Dank und Segen – zu verdienen; –
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Fiel ihm nicht bei, daß eine ird'sche Krone
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Viel drückender und schwerer sei,
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Als überird'scher Kronen – drei? –