An die Sonne

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Aloys Blumauer: An die Sonne (1776)

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Frau Sonne, diesmal trifft sie's nicht,
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Wenn sie von meinem Liede
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Sich nichts, als Schmeichelei, verspricht;
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Ich bin des Lobens müde.
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D'rum höre sie: Trotz ihrem Glanz,
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Und Strahlenrock und Sternenkranz,
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Trotz ihrer gold'nen Scheitel,
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Ist sie ein Weib – und eitel.

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Bespiegelt und begäffelt sie
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Sich nicht in jedem Teiche?
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Begeht sie nicht, so spät als früh,
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Die tollsten Weiberstreiche?
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Ein wunderschöner Lebenslauf! –
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Geschminkt steht sie des Morgens auf,
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Geschminkt geht sie zu Bette,
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Wie eine Erzkokette.

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Sie prätendirt, die ganze Welt
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Soll sich in sie vergaffen;
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Sobald ihr's aufzusteh'n gefällt,
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Da soll kein Thier mehr schlafen:
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Der Hahn muß auf zum Morgengruß,
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Sogar die Sonnenblume muß
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Den Seladon ihr spielen,
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Und stets nach ihr nur schielen.

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Sie glaubt, die Vögel übeten
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Für sie nur ihre Kehlen,
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Und schämt sich nicht, uns Schlafenden
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Die Frühmusik zu stehlen:
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Und können Abends die nicht mehr,
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So müssen Frösch' und Grillen her,
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Und ihr ein Tutti singen,
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Um sie in Schlaf zu bringen.

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Auch ist sie gar zu sehr erpicht,
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Mit ihrem Reiz zu prahlen,
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Stets soll er uns in's Angesicht
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Ganz ohne Schleier strahlen;
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Schlei'rt ihn ein Sommerwölkchen ein,
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So blitzt und donnert sie darein
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Bei hellen Thränengüssen,
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Bis sie den Schlei'r zerrissen.

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Da schwimmt nun ihre Majestät
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In einem Meer von Glanze,
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Und wo sie nur vorübergeht,
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Da huldigt Strauch und Pflanze.
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Die armen Blümchen dauern mich,
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Sie bücken bis zur Erde sich;
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Kein's darf das Köpfchen heben,
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Bis sie sich wegbegeben.

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Doch, daß sie niemand d'rum besieht,
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Wie ihr die Runzeln lassen,
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So pflastert sie sich täglich mit
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Demanten und Topassen:
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Das treibt sie bis zum Augenweh;
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Doch pflegte sie im Negligé
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Nur einmal auszugehen,
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Wir würden Wunder sehen.

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Mit schönen Mädchen treibt sie gar
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Ein jämmerlich Spektakel:
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Nimmt sie nur ein's von weitem wahr,
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Husch schüttelt sie die Fackel,
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Und brennt die feinste Lilienhaut
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So kohlpechschwarz, daß einem graut
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Und könnte sie, ich glaube,
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Sie brennte sie zu Staube.

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Doch wissen ihr auch ritterlich
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Die Schönen Trotz zu bieten,
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Und kämpfen gegen ihren Stich
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Mit Fächer, Schirm und Hüten:
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D'rum hat Madam wohl hundertmal
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Gewünscht: Ha! daß die Dirnen all'
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Von Schmalz und Butter wären,
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Wie wollt' ich sie zerstören!

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Zwar, daß sie gern sich trägt zur Schau,
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Ließ sich noch übersehen;
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Doch ihre Neugier, gnäd'ge Frau,
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Ist gar nicht auszustehen.
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Denn, weil sie grosse Augen hat,
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So, meint sie, dürf' in Feld und Stadt
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Nichts unbegafft geschehen,
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Sie müsse alles sehen.

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Da guckt, wenn man im Bett noch liegt,
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Sie durch die Fensterscheiben,
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Kein Mädchen will, so ungeblickt,
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Dann mehr im Bette bleiben:
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Das thut sie bloß aus Eifersucht:
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In Grotten und in Lauben sucht
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Sie sich hineinzustehlen,
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Die Liebenden zu quälen.

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Ey pfui, Madam, so kurios
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Ist wohl kein Weib auf Erden.
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So muß denn alles, klein und groß,
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Von ihr beglasaugt werden?
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Was hilft's? verkröche man sich auch
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Selbst in der Mutter Erde Bauch,
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Sie ist im Stand der Alten
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Den Bauch entzwei zu spalten.

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Sie selbst gibt doch den Frauen kein
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Gar sonderlich Exempel.
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Wo sie ist, trollt Herr Mondenschein
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Sich flugs hinaus zum Tempel.
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Man weiß ja wohl Frau Ueberall,
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Warum sie diesen zum Gemahl
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Vor allen auserlesen –
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Weil er stockblind gewesen.

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Kein so verbuhltes Weib gibt's nicht
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Im Himmel und auf Erden;
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Bekäm' Herr Mond sein Augenlicht,
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Er müßte rasend werden.
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Bis mit den Sternen sie nicht satt
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Gebuhlt und liebgeäugelt hat,
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Eh pflegt sie ihren Grauen
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Nicht einmal anzuschauen.

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Sie kann, so oft es ihr gefällt,
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Ein Schnippchen ihm versetzen,
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D'rum trägt er auch vor aller Welt
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Zwei Hörner zum Entsetzen;
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Und will der Hahnrei seinem Weib
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Zuweilen näher auf den Leib,
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So kriegt er finst're Blicke
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Und muß beschämt zurücke.

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Sie läßt sich zwar die Königin
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Des Sternenhimmels schelten;
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Allein den königlichen Sinn
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Muß man genug entgelten:
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Sie sengt und brennt ja mörderlich,
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Und weiß dabei – recht königlich, –
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Für ihre Hand voll Weizen
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Des Pflügers Haut zu beizen.

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Gibt sie die eine Hand uns voll,
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So nimmt sie mit der andern:
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Sie geht ja um mit Kraut und Kohl,
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Als wie mit Salamandern:
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Mit ächter Königspolitik
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Versenget sie oft Stück für Stück,
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Die Felder und die Saaten,
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Läßt Trauben nur gerathen.

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Ey, für ein königliches Haupt
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Heißt das sich sehr vergessen,
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Wenn man von Unterthanen glaubt,
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Sie könnten Kohlen fressen.
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Nicht wahr, Frau Klug, ihr fiel nicht ein,
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Daß man beim allerbesten Wein
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Und einer leeren Tenne
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Fein hübsch verhungern könne.

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Man nennt mit Recht sie das Modell
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Von königlichen Geistern,
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Die mit dem ersten Blicke schnell
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Ein ganzes Weltall meistern:
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Denn auch Madam mit ihrem Licht
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Sieht alles – nur sich selber nicht,
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Und wird an sich die Flecken
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Wohl nimmermehr entdecken.

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Ich aber bin nicht undankbar,
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Daß ich von ihr gebeichtet,
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Was lang mir auf dem Herzen war,
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Indeß sie mir geleuchtet;
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Denn, um für ihren Sonnenschein
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Ihr gar nicht obligirt zu sein,
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Schrieb ich an dem Gedichte
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Nur Nachts – beim Kerzenlichte.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Aloys Blumauer
(17551798)

* 21.12.1755 in Steyr, † 16.03.1798 in Zum eisernen Mann

männlich, geb. Blumauer

österreichischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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