Die Autorpolitik

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Aloys Blumauer: Die Autorpolitik (1776)

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Ich kenn' ein Künstchen,
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Das spielt gar gern
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Mit blauen Dünstchen;
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Das lehrt die Herr'n,
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Genannt Autoren –
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Versteht sich die
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Mit langen Ohren –
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Sich weißlich wie
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Genies zu tragen.
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In unsern Tagen
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Macht Politik
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Des Autors Glück;
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Sagt ihnen leise
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Ihr Genius,
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Dem jeder Weise
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Doch folgen muß.
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Erst thun sie dünne,
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Bemühen sich,
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Wie eine Spinne
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Vorsichtiglich
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Um ein paar Säulen,
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Zu diesen eilen
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Sie flugs hinan,
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Und hängen dann
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Mit Heuchelfädchen
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So fest, wie Klettchen,
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An sie sich an.
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Und nun beginnen
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Sie ihr Gespinnst;
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Doch erst gewinnen
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Durch manchen Dienst
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Sie sich behende
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Ein Dutzend Hände,
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Die ihr Gespinnst
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Mit Klatschen heben,
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Und Spinneweben
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Für Leinwand geben.
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Ist das gescheh'n,
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So läßt die Spinne
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Der Welt sich seh'n,
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Sieht selbst das Scheiblein
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Das sie sich span,
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Wie ein schön Weiblein
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Den Spiegel an,
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Wird stolz und letzet
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Am Bravoschrey'n
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Ihr Ohr, und setzet
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Sich mitten d'rein.
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Ans Neugier laufet
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Nun alles hin,
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Besieht und kaufet
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Sich das Gespinn,
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Zählt fleissig jeden
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Der dünnen Fäden
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Und hängt es hin,
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Denn brauchen, leider!
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Kann's weder Schneider,
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Noch Näherin.
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Und dieses Heer
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Der kleinen Männer
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Thut oft noch mehr,
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Es täuschet Kenner,
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Läßt nimmermehr
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Sich nah' besehen,
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Geht auf den Zehen,
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Weit weg einher,
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Und läßt nur gerne
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Sich in der Ferne
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Von ihnen seh'n.
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Den Hügelchen
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Des Maulwurfs gleichen
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Sie dann, und reichen
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So halb beseh'n
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In eb'ner Ferne,
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Bis an die Sterne,
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Und mancher wähnt,
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Der sie nicht kennt,
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Er säh den Zwergen
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Den Riesen an;
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D'rum hört noch an,
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Wie so ein Mann
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Die Kleinheit bergen
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Und täuschen kann.
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Ein Dutzend Schergen,
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In deren Hand
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Des Volks Verstand
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Und Ton ist, walten
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Auch hier, und halten
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Dem Layenchor
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Ein Gläschen vor.
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Da scheint dem Blicke
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Die kleinste Mücke
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Ein Elephant;
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Denn, wie bekannt,
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Giebt's wenig Augen,
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Die ohne Glas
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Das rechte Maß
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Zu finden taugen.
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Die Herren, klein
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Vom Geiste, scheu'n
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Das Kopfgerüttel
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Von einem Büttel
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Gar jämmerlich;
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D'rum müh'n sie sich,
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Die bösen Drachen
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Durch manchen Brief
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Und Autorkniff
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Recht zahm zu machen;
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Sie hängen dann
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Flugs ihren Blättchen
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Gar manches Nötchen
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Voll Weihrauch an,
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Woran die Götzen
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Ihr Näschen letzen.
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Oft selbst im Text
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Streicht, wie behext,
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Manch' Autorfüßchen
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Vor jedem Haus
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Gewaltig aus.
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Auf so ein Grüßchen
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Erfolgt, wie man
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Leicht denken kann,
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Ein Gegengrüßchen;
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Denn, wie bekannt,
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Wäscht eine Hand
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Die and're wieder:
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Wer Weihrauch streut,
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Dem streut man wieder
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Aus Dankbarkeit.
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Wenn all' die Grüsse
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Und Gegengrüsse
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Hanns Hagel hört,
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So horcht, und sperrt
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Er Maul und Augen,
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Die Galant'rie
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Von Wahrheit nie
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Zu sondern taugen,
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Gewaltig auf,
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Und wettet d'rauf,
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Das, was nicht selten
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Als Kompliment
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Gesagt ist, könnt'
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Im Ernste gelten:
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Nimmt nun den Mann
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Ohn' all' Gefährde
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Zum Halbgott an,
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Fällt hin zur Erde
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Und betet an.
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Denn die Monarchen,
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Die ruhig schon
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Auf ihrem Thron,
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Wie Götter, schnarchen,
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Sehn's nur zu gern,
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Wenn ihre Knaben
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Altäre haben,
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Weil kleine Herr'n
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Die grössern heben,
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Und ihrem Thron
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Mehr Stufen geben.

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Um diesen Lohn
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Hat mancher schon
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Bei grossen Dichtern
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Gedient, die dann
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Vor Splitterrichtern
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Den kleinen Mann
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Gar mächtig schirmen,
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Und himmel an
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Ihr Thrönlein thürmen.
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Ihr hört mich an,
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Ihr grossen Dichter,
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Die Zeit ist Richter!
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Behängt euch nicht
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Mit dem Gezücht
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Von Dichterlingen;
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Fand je ein Spatz
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Wohl in den Schwingen
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Des Autors Platz?
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Er sieht vom Hügel
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Der Sonne Schein,
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Hebt seine Flügel –
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Und fliegt allein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Aloys Blumauer
(17551798)

* 21.12.1755 in Steyr, † 16.03.1798 in Zum eisernen Mann

männlich, geb. Blumauer

österreichischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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