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Es war der Liebesgott Selinden nachgeflogen,
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Und hatte jeden Blick mit stummem Ernst erwogen:
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Sein scharfes Auge sah die große Wahrheit ein,
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Selinde würde nicht unüberwindlich seyn.
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Sie soll, vermaß er sich, doch endlich unterliegen;
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Und kann der Weise nicht ihr weiblich Herz besiegen,
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So siege Selimor und ohne Hinderniß!
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Nur er ist ihrer werth, ihm ist ihr Herz gewiß.
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Der Gott versuchte nun, zu glücklichem Bestreben
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Des müden Stutzers Muth aufs neue zu beleben.
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Dir ist Selinde hold, blies Amor ihm ins Ohr;
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Du aber wagest nichts, o nicht mehr Selimor!
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Du zauderst, bis vielleicht dich ein Pedant verdrungen,
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Nachdem so mancher Sieg dir in Paris gelungen,
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Wo manche Gräfin von , die Venus ihrer Stadt,
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Nun übe, was du weist, was Frankreich dich gelehret!
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Verschmäht Selinde dich, so seh ich dich entehret.
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Auf! schleiche dich mit ihr ins nahe Gartenhaus!
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Was kluge Liebe wünscht, führ’ edle Kühnheit aus.
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Er schwieg; und Selimor, entbrannt von stolzem
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Sprach zu Selinden kühn, doch mit gedämpster Stimme:
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Dorante, glaub ich, rast! verdammt sey sein Poet,
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Der uns von Dingen schwatzt, die niemand hier versteht!
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Soll meine Liebe stets dem Schulgeschwätze weichen?
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Was hindert uns, mein Herz! allein hinweg zu schleichen?
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Selinde folge mir und gebe mir Gehör:
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Gesellschaft solcher Art erniedrigt uns zu sehr.
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Er sprach, indem er ihr die Hand vertraulich drückte,
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Und ihren Arm ergriff und nach dem Hause rückte.
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Die Schöne folgte träg als wider Willen, nach,
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Indeß Dorante noch mit jenem Dichter sprach.
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Er ließ ihr Zeit genug, ins Zimmer zu verschwinden:
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Zuletzt vermißt’ er sie: er fragte nach Selinden.
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Von banger Ahndung schlug sein furchtsam liebend Herz,
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Und auf umwölkter Stirn erschien ein finstrer Schmerz.
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Selinde! rief er aus, mit todtenbleichen Wangen;
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Wo ist die Grausame? wo ist sie hingegangen?
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Jhm sagt es Lesbia, bey ihres Buhlen Flucht.
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Von Rachlust angeflammt, erhitzt von Eifersucht.
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Dorante, der, betäubt vom Donner ihrer Worte,
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Wie eingewurzelt stund, wich nicht von seinem Orte.
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Er stund und sah umher mit starrem Blick und schwieg,
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Bis einst ein dunkles Ach! von seinen Lippen stieg.
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Er nahm sich plötzlich vor, Selinden zu erbitten:
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Er gieng: blieb wieder stehn: Vernunft und Liebe stritten.
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Es wankte sein Gemüth, wie, durch den Herbst entlaubt,
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Die schwache Weide wankt, wann Eurus zornig schnaubt.
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Zuletzt ermannt’ er sich zu muthigern Entschlüssen,
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Entsagte mit Bedacht umsonst gewünschten Küssen,
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Und wollte länger nicht an einem Joche ziehn,
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Das ihm so süsse sonst, nun aber eisern schien.
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Sey glücklich, rief er aus, mit deinem jungen Thoren!
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Selinde! nun für mich, auf ewig nun verlohren!
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Die Hoffnung, welche mir dein schmeichlend Auge gab,
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Die mir so blühend schien, fällt nun verwelket ab.
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Betrügliches Geschlecht, geschaffen, uns zu quälen!
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Wird einer Schönen Herz ie nach Verdiensten wählen?
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Jhr fällt ein schimmernd Nichts zu reizend ins Gesicht:
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Sie sieht das güldne Kleid; den Thoren sieht sie nicht.
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Zu spät erblickt sie ihn, wann, der für sie geschmachtet,
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Gesättigt vom Genuß, einst ihren Kuß verachtet,
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Sie ohne Liebe küßt, ihr als Tyrann befiehlt,
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Und an erkaufter Brust sein wildes Feuer kühlt.
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Dorante wollte mehr in vollem Eifer klagen:
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Die leichte Lesbia belachte seine Plagen.
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Er floh, indem sie ihm die Hand gefällig both,
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Und klagte, Dichtern gleich, den Büschen seine Noth.
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Dorante war geflohn, Beglücktern Platz zu machen,
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Da Amor unterdeß, nicht ohne boshaft Lachen,
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Den Garten schnell verließ; und ein geschwinder Flug
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Zur Wohnung Selimors ihn augenblicklich trug.
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Daselbst verläugnet er sein göttliches Gefieder:
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Das Dienstkleid Selimors glänzt um die nackten Glieder:
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Am glatten Kinne schlägt ein schwarzes Bändchen an;
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Die Stirn ist unverschämt: kurz, Amor wird Johann,
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Der Diener Selimors, ein Stutzer in den Sitten,
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Der, witzig, wie sein Herr, bey Mägden wohl gelitten,
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Nie ohne Karten geht, sich oft beym Wein vergißt,
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Und alle Wirthe kennt und allen schuldig ist.
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Da Amor lärmt und flucht; entspringt vom Ruhebette,
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Ermuntert vom Geschrey, die junge Magd Lisette:
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Ein Mädchen, schlank von Leib, in Schelmerey geübt,
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Die wechselsweis ihr Herr und sein Bedienter liebt.
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Ein faltigter Muslin, der ihren Hals bedecket,
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Läßt ihre weisse Brust nachläßig unverstecket.
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Ein kurzer Unterrock zeigt ihr gedrechselt Bein,
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Und auch ihr Sprödethun flößt Buhlern Kühnheit ein.
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Sie kömmt, sie fliegt herbey, heißt ihren Johann schweigen,
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Der, nach Lackayen-Art sich artig zu bezeigen,
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Jhr in den Busen greift, und auf den Kutscher schmählt,
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Weil seine Kutsche noch beym fernen Garten fehlt.
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Der Kutscher kömmt; man schilt; er fragt noch eine Weile,
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Warum doch Selimor so ungewöhnlich eile.
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Doch hat ein junger Herr nicht seinen Eigensinn?
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Der Kutscher schleicht belehrt zu seinen Pferden hin.
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Ein braungeapfelt Paar wird prächtig aufgezäumet,
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Und beißt auf blanken Stahl und scharrt in Sand und schäu-
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Der neue Wagen glänzt, auf dem, noch unbezahlt,
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Manch güldner Liebesgott, geschnitzt aus Holze, prahlt.
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In Wolken braunen Staubes fliehn die muntern Pferde,
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Und unter ihrem Huf erschüttert sich die Erde.
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Die Fenster fliegen auf, wo, stolz auf schimmernd Gold,
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Die Kutsche Selimors mit raschem Rasseln rollt.
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Doch Amors Ungeduld kann diese nicht erwarten:
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Er ist nicht mehr Johann; er eilet nach dem Garten,
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Als Liebesgott, voraus, fliegt ins Gemach und sieht,
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Wie Selimor verliebt vor seiner Göttinn kniet.
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Noch muste dieser Held um Sieg und Lorbeern kriegen:
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Was hatt’ er nicht gethan, Selinden zu besiegen!
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Wie reizend unverschämt durch freyen Scherz gestrahlt,
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Mit fremden Flüchen ihr sein Feuer vorgemahlt,
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Gedankenlos gelacht, bald sie, bald sich gepriesen,
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Mit ungezwungner Art die Londner Uhr gewiesen,
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Des Franzmanns Dreistigkeit mit Anmuth nachgeahmt,
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Kurz, allen seinen Werth Selinden ausgekramt!
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Sie sah den Selimor: wie konnte sie ihn hassen?
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Doch wollt ihr steinern Herz sich nicht entfelsen lassen.
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Oft schien sie zwar erweicht: ihr Blick voll Mattigkeit
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Jrrt’ ungewiß und scheu; ach! aber kurze Zeit.
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Jhr unbesiegter Stolz erhohlte sich geschwinde:
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Sie wurde, was sie war, die grausame Selinde;
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Und eben da sie ihm gewiß gefangen schien,
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Sah sich der Held getäuscht und seinen Raub entfliehn:
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Wie, wann ein Junker einst, mit Hülfe kluger Hunde,
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Den Rammler aufgespürt; nach mancher müden Stunde
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Spur, Has’ und Fröhlichkeit auf einmal wieder flieht,
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Der edle Jäger flucht und leer nach Hause zieht.
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Doch sollte Selimor den Sieg verlieren müssen?
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Verzweiflend warf er itzt Selinden sich zu Füssen.
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Er flehte, feufzte, schwur: wie manch französisch Ach
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Entflog dem süssen Mund und säuselt’ im Gemach!
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Urplötzlich sprang er auf mit freudigem Vertrauen:
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Er hatte Zeit gehabt, sich achtsam zu beschauen;
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Und nahm, noch mehr gereizt durch kühnen Widerstand,
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Halb scherzhaft, halb verliebt, Selinden bey der Hand.
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Wie ists nun? fieng er an; o Bluhme junger Schönen!
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Wird ihre Zärtlichkeit bald meine Treue krönen?
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Ich kann Sie nicht verstehn, nein! meine Königinn!
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Und wissen Sie, im Ernst, daß ich verdrüßlich bin?
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Mich dünkt, ich liebe Sie schon volle hundert Jahre:
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Verschieben Sie mein Glück auf meine grauen Haare?
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Sie lieben mich ja doch; das ist so offenbar, ‒ ‒
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Wie? unterbrach sie ihn; Sie halten das für klar?
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Für klar? o für gewiß! Sie werden mir erlauben,
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Erwiedert Selimor; wie kann ich anders glauben?
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Man weiß sich liebenswerth, man liebt, man wird geliebt:
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Was ist hier wunderbars, das Recht zu zweifeln giebt?
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Ich ärgre mich zum Narrn bey Jhrem Widerstreben.
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Wie lange zögern Sie, sich rühmlich zu ergeben?
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Fort! machen Sie geschwind! beschwören sie den Bund;
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Und weil Jhr Herz mich liebt, so sage mirs Jhr Mund.
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Vor einem Selimor muß Trotz und Härte brechen:
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Jhm, der so dreiste hofft, kann jemand widersprechen?
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Wie glücklich wart ihr einst, ihr Schönen alter Zeit!
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Die Ehrfurcht eurer Welt war eure Sicherheit.
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Nur jähriger Bestand hieß ächter Liebe Zeichen:
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Man wollte seinen Sieg verdienen, nicht erschleichen.
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Da hatte die Vernunft zur Ueberlegung Raum;
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Nun wird sie überrascht; die Schöne faßt sich kaum.
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Man buhlt nicht um ihr Herz; man schmeichelt ihren Sin-
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Und kann was leichter seyn, als diese zu gewinnen?
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Wie glänzt ein junger Herr! er ist voll Ungeduld:
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Und wann die Spröde säumt, ertrotzt er ihre Huld.
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Selinde wankte schon, wie unter starken Streichen,
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Von scharfer Axt bestürmt, die schönste schöner Eichen
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Auf alle Seiten droht und hin und wieder winkt,
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Bis ihr bemooster Stamm mit Prasseln splitternd sinkt.
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Doch fiel die Schöne nicht, für die ihr Schutzgeist kämpfte,
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Der stets durch kalten Stolz der Liebe Regung dämpfte:
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Als einer Kutsche Lärm, die durch die Strasse flog
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Und vor dem Garten hielt, sie schnell ans Fenster zog.
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Jhr Herze schlug sogleich von weiblichem Verlangen;
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Jhr funkelnd Auge blieb an diesem Anblick hangen:
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Entzückt vertheilte sich der Blicke schneller Blitz
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Auf Wagen, Roß und Mann, bis auf den Kutschersitz.
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Bewundernd rief sie aus: der allerliebste Wagen!
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Wer ist der glückliche, den solche Rosse tragen?
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Ich selbst, sprach Selimor mit ernster Majestät:
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Die Unterkehle schien hochmüthig aufgebläht.
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Wie aber? fuhr er fort, mein Kutscher, glaub ich, träumet,
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Der nun zu zeitig kömmt, sonst immer sich versäumet.
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Ich soll von Jhnen gehn? von Jhnen, göttlich Kind?
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Und ehe, toller Streich! wir vollends richtig sind?
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Nein! das geschehe nicht! ich laß es nicht geschehen:
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Ich schwöre bey der Uhr, die Sie hier glänzen sehen,
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(er legt sie auf den Tisch), und ich vor kurzer Zeit
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Aus London mitgebracht, nicht ohne Vieler Neid.
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Es hatte sie ein Lord bey Sweerts bestellen lassen:
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Ich kaufte sie ihm aus; der Junker mußte passen.
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Bis dieser Zeiger hier auf zwo Minuten schleicht,
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Ergebe sich Jhr Herz, das doch vergebens weicht.
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Er schweigt: Selinde steht noch immer unentschlossen:
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Noch hangt ihr starrer Blick an jenen edlen Rossen.
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Sie machen ihren Herrn der Schönen doppelt lieb,
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Der sein verdientes Glück nun muthiger betrieb.
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Der Schutzgeist mußte selbst dem Vorwitz unterliegen,
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Und schlich dem Fenster zu, die Neugier zu vergnügen.
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Der leichtgesinnte Geist! raubt einer Kutsche Putz,
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Ein Pferd, ein schöner Tand, Selinden seinen Schutz?
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Durch keine Zeichen ward sein taubes Herz beweget:
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Der Schooshund hatte sich aufs Canapee geleget:
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Nun fuhr er bellend auf, verließ die sanfte Ruh,
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Und sprang mit regem Schweif Selinden ängstlich zu.
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Es prangte der Camin mit glänzenden Pagoden:
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Sie bebten ungeregt und stürzten auf den Boden.
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Umsonst! der Schutzgeist stund und sah und hörte nicht.
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Verwundrung überzog sein lächelnd Angesicht.
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Nun zog der Liebesgott, der längst begierig lauschte,
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Den krummen Bogen an: mit schnellen Flügeln rauschte
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Der abgedrückte Pfeil, der Glut und Flammen trug,
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Und in Selindens Brust sich ungehindert schlug.
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Durch Amors Jauchzen ließ der Schutzgeist sich erwecken:
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Vergebens wollt er sie mit spätem Schilde decken:
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Denn eine schnelle Nacht verdunkelt’ ihren Blick:
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Sie sank, o Selimor! in deinen Arm zurück.
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Ein fremdes Feuer floß durch ihre schönen Glieder:
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Sie hob die Augen auf und schlug sie wieder nieder.
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Jhr fliehend Auge selbst bekannte deinen Sieg,
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Ob gleich ihr stolzer Mund noch uneröffnet schwieg.
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Indessen hatte sie, bey diesen kurzem Schweigen,
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Des frohen Siegers Reiz und artiges Bezeigen,
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Sein Lachen, seinen Gang, des Kleides reiche Pracht,
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Der Kutsche Göttlichkeit, noch einmal überdacht.
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Erröthend sagt sie ihm: Sie haben überwunden!
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Und reicht ihm ihre Hand, vom alten Stolz entbunden;
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So viel Verdiensten kann mein Herz nicht widerstehn!
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Ach! möcht ich Jhre Glut in steter Flamme sehn!
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Jhr dankte Selimor durch ungezählte Küsse,
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Da Amor siegreich floh, und über Berg und Flüffe,
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Hoch auf des Adlers Bahn, in grauer Dämmerung
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Und unter frischem Thau, sein feucht Gefieder schwung.
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Nach Paphos trugen ihn die schnellbewegten Flügel:
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Die Wollust brachte selbst ihn zum entlegnen Hügel,
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Wo bey crystallner Flut, die heischer murmelnd lief,
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Und unter Majoran, der müde Gott entschlief.