Theodicee

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Johann Peter Uz: Theodicee (1755)

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Mit sonnenrothem Angesichte
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Flieg ich zur Gottheit auf! Ein Strahl von ih-
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rem Lichte
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Glänzt auf mein Saitenspiel, das nie erhabner klang.
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Durch welche Töne wälzt mein heiliger Gesang,
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Wie eine Fluth von furchtbarn Klippen,
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Sich strömend fort und braust von meinen Lippen!

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Ich will die Spötter niederschlagen,
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Die vor dem Unverstand, o Schöpfer! dich verklagen:
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Die Welt verkündige der höhern Weisheit Ruhm!
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Es öffnet Leibnitz mir des Schicksals Heiligthum;
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Und Licht bezeichnet seine Pfade,
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Wie Titans Weg vom östlichen Gestade.

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Die dicke Finsterniß entweiche,
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Die aus dem Acheron, vom stygischen Gesträuche
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Mit kaltem Grausen sich auf meinem Wege häuft,
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Wo stolzer Thoren Schwarm in wilder Jrre läuft,
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Und auch der Weise furchtsam schreitet,
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Oft stille steht und oft gefährlich gleitet.

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Die Risse liegen aufgeschlagen,
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Die, als die Gottheit schuf, vor ihrem Auge lagen:
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Das Reich des Möglichen steigt aus gewohnter Nacht.
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Die Welt verändert sich, mit immer neuer Pracht,
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Nach tausend lockenden Entwürfen,
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Die eines Winks zu schnellem Seyn bedürfen.

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Der Sextus einer bessern Erden
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Zwingt nicht Lucretien, durch Selbstmord groß zu werden:
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An keinem Dolche starrt ihr unbeflecktes Blut.
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Das leichenvolle Rom, der Schauplatz feiger Wuth
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Und viehischer Domitiane,
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Herrscht unverheert in einem schönern Plane.

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Doch Dämmerung und kalte Schatten
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Gehn über Welten auf, die mich entzücket hatten:
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Der Schöpfer wählt sie nicht! Er wählet unsre Welt,
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Der Ungeheuer Sitz, die, Helden beygesellt,
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In ewigen Geschichten strahlen,
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Der Menschheit Schmach, das Werkzeug ihrer Qualen.

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Eh ihn die Morgensterne lobten,
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Und auf sein schaffend Wort des Chaos Tiefen tobten,
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Erkohr der Weiseste den ausgeführten Plan:
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Und wider seine Wahl will unser Maulwurfs-Wahn
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In stolzer Blindheit Recht behalten,
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Und eine Welt im Schoos der Nacht verwalten?

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Von welcher Sonne lichtem Strahle
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Weicht meine Finsterniß! Wie, wann aus feuchtem Thale
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Der frühe Wandersmann auf hohe Berge dringt,
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Schnell eine neue Welt vor seinem Aug entspringt,
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Und Reiz die grosse Weite zieret,
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Wo sich der Blick voll reger Lust verlieret:

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Denn Fluren, die von Bluhmen düften,
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Gefilde voll Gesangs und heerdenvolle Triften,
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Und hier crystallne Fluth, vom grünen Wald umkränzt,
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Dort ferner Thürme Gold, das durch die Wolken glänzt,
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Begegnen ihm, wohin er blicket:
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So wird mein Geist auf seinem Flug entzücket.

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Ich habe mich empor geschwungen!
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Wie groß wird mir die Welt! die Erde flieht verschlungen:
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Sie macht nicht mehr allein die ganze Schöpfung aus!
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Welch kleines Theil der Welt ist Rheens finstres Haus!
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Und, Menschen! welche kleine Heerde
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Seyd ihr nur erst auf dieser kleinen Erde!

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Gönnt gleiches Recht auf unserm Balle
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Geschöpfen andrer Art! Jhr Schöpfer liebt sie alle:
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Die Weisheit selbst entwarf der kleinsten Fliege Glück.
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Jhr Schicksal ist bestimmt so gut, als Roms Geschick
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Und als das Leben einer Sonne,
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Die glänzend herrscht in Gegenden der Wonne.

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Seht, wie in ungemessner Ferne
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Orion und sein Heer, ein Heer bewohnter Sterne,
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Vor seinem Schöpfer sich in lichter Ordnung drängt.
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Er sieht, er sieht allein, wie Sonn an Sonne hängt,
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Und wie zum Wohl oft ganzer Welten
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Ein Uebel dient, das wir im Staube schelten

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Er sieht mit heiligem Vergnügen
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Auf unsrer Erde selbst sich alle Theile fügen,
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Und Ordnung überall, auch wo die Tugend weint:
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Und findet, wann sein Blick, was bös’ und finster scheint,
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Jm Schimmer seiner Folgen siehet,
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Daß, was geschieht, aufs beste stets geschiehet.

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Es leide mit gepriesnem Muthe
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Die Gattinn Collatins! Es keimt aus ihrem Blute
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Die Freyheit eines Volks, die einst Catone zeugt:
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Bis kühne Tyranney, vom Laster groß gesäugt,
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Die spätverlassne Tugend rächet,
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Und Rom durch Rom bestraft und strafend schwächet.

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Entkräftet in verdienten Ketten,
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Wie soll sich Latium vor fremdem Joche retten?
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Sieh! das entmannte Rom verfällt in Schutt und Graus.
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Der kalte Norden speyt ein Volk der Wilden aus,
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Das durchs Verhängniß überwindet,
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Jm Finstern saß und Licht und Wahrheit findet.

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Die ihr ein Stück vom Ganzen trennet,
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Vom Ganzen, das ihr bloß nach euerm Winkel kennet;
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Verwegen tadelt ihr, was Weise nicht verstehn.
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O könnten wir die Welt im Ganzen übersehn,
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Wie würden sich die dunkeln Flecken
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Vor unserm Blick in grössern Glanz verstecken!

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Soll Welten alles Böse fehlen?
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So musste nie den Staub der Gottheit Hauch beseelen;
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Denn alles Böse quillt bloß aus des Menschen Brust:
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So muß der Mensch nicht seyn: welch grösserer Verlust!
102
Die ganze Schöpfung würde trauern,
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Die Tugend fliehn und ihren Freund bedauern.

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Jhr Weisen! hättet nie entzücket,
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Die ihr die Schöpfung mehr, als hundert Sonnen, schmücket,
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Und Ordnung herrschte nicht im Reiche der Natur,
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Die niemals flüchtig springt, und stuffenweise nur
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Auf ihrer güldnen Leiter steiget,
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Wo sich der Mensch auf mittlern Sprossen zeiget.

110
Vom Wurme, der voll grössrer Mängel
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Auf schwarzer Erde kreucht, und vom erhabnen Engel
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Sind Menschen gleich entfernt, und beyden gleich verwandt.
113
Jhr freyer Wille fehlt, ihr himmlischer Verstand
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Entflieget nie der engen Sphäre:
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Stets fesselt ihn des Leibes träge Schwere.

116
Es rauschen laute Spöttereyen
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Um mein verachtend Ohr: viel stolze Klugen schreyen
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Dem armen Sterblichen des Willens Freyheit ab.
119
Die Sklaven! welche das, was weise Güte gab,
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Der Menschheit Vorrecht, nicht erkennen,
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Und, gleich dem Vieh, sich dessen unwerth nennen!

122
Verzärtelt eure Leidenschaften;
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So herrschen sie zuletzt: sie bleiben ewig haften;
124
Ein diamantnes Band knüpft sie an euer Herz.
125
Der freygeborne Geist erblickt, nicht ohne Schmerz,
126
Sich endlich in verjährten Banden,
127
Und ist ein Knecht, weil er nicht wiederstanden.

128
In allen Ordnungen der Dinge,
129
Die Gott als möglich sah, war Menschenwitz geringe:
130
Der Mensch war immer Mensch, voll Unvollkommenheit.
131
Durch Tugend soll er sich aus dunkler Niedrigkeit
132
Zu einem höhern Glanz erheben,
133
Unsterblich seyn, nach einem kurzen Leben.

134
Mein Schicksal wird nur angefangen,
135
Hier, wo das Leben mir in Dämmrung aufgegangen:
136
Mein Geist bereitet sich zu lichtern Tagen vor,
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Und murrt nicht wider den, der mich zum Staub erkohr,
138
Mich aber auch im Staube liebet,
139
Und höhern Rang nicht weigert, nur verschiebet.

(Uz, Johann Peter: Lyrische und andere Gedichte. 2. Aufl. Ansbach, 1755.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Peter Uz
(17201796)

* 03.10.1720 in Ansbach, † 12.05.1796 in Ansbach

männlich, geb. Uz

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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