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Mein allerliebster Freund und werthester Herr Bruder,
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Der du in Blumberg itzt versammelst deine Fuder,
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Der du, wie Tityrus, dort in dem Schatten liegst,
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Und zehlest, was für Korn du in die Scheunen kriegst,
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Du dürfftest dich fürwahr so künstlich nicht bemühen,
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Mich, durch ein schön Gedicht, aufs Land hinaus zu ziehen;
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Es braucht, wilt du mich sehn, von dir ein eintzig Wort,
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Dein Land-Gut ist für mich ein allzulieber Ort.
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Ich weiß schon, wie man da die Stunden kan vertreiben;
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Die Feld-Lust hättest du nicht nöthig zu beschreiben,
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Dieweil mein freyer Geist, den Hof, zusammt der Stadt,
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Mit Vorbedacht, wie du, schon offt vermieden hat.
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Drum freut es mich recht sehr, daß dieses stille Leben
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Dir eben so gefällt, als ich ihm selbst ergeben;
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Und da wir beyderseits hierinn so gleich von Sinn,
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Als eil ich desto mehr zu dir nach Blumberg hin,
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Da wir auf eigne Hand uns können lustig machen,
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Und, nebst der Eitelkeit, auch Welt und Hoff verlachen;
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Da wir nicht so gepreßt mit Schreiben auf die Post,
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Und da uns keiner jagt von unsrer Haußmanns-Kost;
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Da man, frey von dem Zwang bey grossen Potentaten,
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Sich satt fein friedlich ißt von seinem eignen Braten;
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Da keiner fürchten darff Gewalt, Gefahr und List,
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Die einen grossen Hanß offt unversehens frist.
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Ach! wäre mancher Held auch so daheim geblieben!
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Und hätte nicht sein Glück so hoch hinausgetrieben,
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Hätt er sich nicht vergafft in Ehre, Macht und Geld,
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So würd er ietzo nicht vor solch Gericht gestellt.
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Drum thun wir beyde wohl, dieweil wir uns bequemen,
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Mit Rüben, Kohl und Speck fein hübsch vorlieb zu nehmen.
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Bescheret uns dann Gott auch Wildpret oder Fisch,
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So sagen wir ihm Danck für solchen guten Tisch.
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Ey nun! mein liebster Freund, in Hofnung, dich zu sprechen,
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Will ich am Freytag früh mit Sack und Pack aufbrechen.
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Mein Bruder kommt allein; Frau, Kinder bring ich mit;
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Der Pape wegen nur geh ich nicht einen Schritt.
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Ich weiß gewißlich ihr sonst keinen Platz zu finden,
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Als etwan hinten sie beym Bett-Sack aufzubinden;
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Wann ihr nur sonst nicht was hier aus den Falten rückt,
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An statt, daß dort ihr Kopf im Wagen sich zerdrückt.
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Es möcht ihr auch dabey ein andrer Fall begegnen,
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Daß sie gar hinten könt ein Wolcken-Guß beregnen;
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Alsdenn so hüllte sie sich gantz in Fuchspeltz ein,
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Und Pabgen könte so den Kindern Guckug! schreyn.
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Herr Perband bittet sie in seinen hohen Wagen;
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Allein, ich fürchte sehr, sie möchten sich da schlagen,
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Biß daß die Federn gar von Pabgen alle fort,
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Und keine mehr davon blieb an dem rechten Ort.
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Sonst freu ich mich im Geist, wie du uns wirst empfangen,
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Und fragen, wie es uns so lange Zeit ergangen?
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Auch hast du hoffentlich zum Tisch in grosses Blat,
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Da man gemächlich sitzt, biß Wirth und Gäste satt.
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Nach diesem wirst du uns in deinen Garten führen,
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Und wir, im Grünen, da vergnügt herumspatzieren.
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Weicht aber Phöbus Glut aldann der kühlen Nacht,
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So ist für jeden schon ein sanfftes Bett gemacht.
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Werd ich, in meinem, nun zu Gustgen mich gesellen,
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So thu deßgleichen auch bey deiner liebsten Drellen.
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Ein Seegen macht vielleicht alsdann aus zweyen drey,
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Daß Blumberg ja so wohl als Köpnig fruchtbar sey.
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So geht es gut. Doch schließt den Brief ein starckes: Aber!
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Daß vor die Pferde ja bereit sey Heu und Haber!
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Dieweil ein tüchtig Roß auch gern was gutes frist,
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Wann es bey dir zu Gast mit mir gekommen ist.
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Die Gelben mercken diß, und fangen an zu prauschen.
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Weil man uns gerne sieht, so laßt die Räder rauschen!
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Im übrigen, so nimm mich auf für einen Gast,
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Dem du, als deinem Knecht, stets zu befehlen hast.