[11] Zufriedenheit im niedrigen Stande

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Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz: [11] Zufriedenheit im niedrigen Stande (1676)

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Ich trachte nicht nach solchen Dingen,
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Die hoch und zu gefährlich sind;
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Mein Geist sucht nirgend durchzudringen,
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Als wo er leichte Bahne findt.
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Ich ruhe sanfft biß an den Morgen,
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Wenn mancher, welcher voller Sorgen,
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Nach eitler Hoffnung ängstlich ringt,
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Der blinden Göttin Weyrauch bringt.

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Ich mercke, daß in unserm Leben
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Was Göttliches mit unter spielt;
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Wer sich will zu den Sternen heben,
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Und diesen Trieb nicht bey sich fühlt,
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Muß endlich gar ein Spott auf Erden,
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Ja, sich selbst Höll und Hencker werden:
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Weil der, der sich am meisten quält,
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Zu erst offt seinen Zweck verfehlt.

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Wer will, mag in den Lüfften fliegen,
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Mein Ziel erstreckt sich nicht so weit;
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Ich lasse mich mit dem begnügen,
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Was nicht bemüht, und doch erfreut.
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Ein andrer mag sich knechtisch beugen,
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Um desto höher aufzusteigen,
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Ich neid ihn nicht in meinem Sinn,
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Und bleibe gerne wer ich bin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz
(16541699)

* 27.11.1654 in Berlin, † 11.08.1699 in Berlin

männlich

deutscher Diplomat und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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