Von der Macht der Liebe

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Johann Georg Gressel: Von der Macht der Liebe (1716)

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Süsse Liebe!
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Deine Triebe
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Nehmen Hertz und Sinnen ein.
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All’ und jede Geister müssen
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Sich von dir gefesselt wissen
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Keiner kan verschonet seyn.
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Süsse Liebe!
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Deine Triebe
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Nehmen Hertz und Sinnen ein

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Simsons grosse Wunder-Stärcke
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Und
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Können deine Wunder-Macht
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Niemahls werden gleich geacht.
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Stein und Eysen muß sich schwiegen
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Und ein Felsen Hertze biegen/
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Wenn der
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Und sie Gnad und Huld verkennt.
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Keiner kan ihr widersiehen
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Jeder muß Fuß-fällig seyn.
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Jhr Entschliessen muß ergehen
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Gehts auch noch so widrig ein.
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Der grosse
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Den Liebes-Printz nimmt
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So muß der Donner-Gott/ der Kriegs- und Liebes-Führer
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An
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Sie kan als Sieger prangen/
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Ein Knecht/ ein Fürst/ ein König und Regierer
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Muß in den Liebes-Gluhten blühn.

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Denckt einer schon auf heute sich zu zwingen/
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Jhr muß der Streich doch morgen wohl gelingen/
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Und fliehet man schon einst vor
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Wird man durch ihn bald unversehns betrogen/
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Ja schützt man sich schon einst vor seinen Pfeilen
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Sie wissen uns doch wol zu übereilen.
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Denckt einer schon auf heute sich zu zwingen/
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Jhr muß der Streich doch morgen wohl gelingen.
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So muß der Liebe-Triebe spühren
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Die gantze Welt/
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Sie will an ihrem Seile führen
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Was Odem-loß/ und Athem in sich hält.
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Die Sterne sind verliebt am Himmel/
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In ihnen glimmt die Liebes Gluth/
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Es machet der
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Beym Ahle in der kühlen Fluth.
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Und der Magnet-Stein liebt das Eysen
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Wie auch den Stern aus Norden/
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Der Agtstein ist dem gleich geworden/
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Und will die Gunst am Spreu beweisen.
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Die Rebe küßt des Ulmbaums Stütze/
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Das
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Der Palm-Baum steht bey seines Gleichen gerne/
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Das lauffend Silber bleibt dem Gold nicht ferne.

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So liebt das gantze Rund nun in die Wette/
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Der Mensch/ der liebt und sehnet sich zu Bette/
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Da löschet er die Flammen
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Die Gott und Menschen nicht verdammen.
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Wie soll man nun der Liebe-Macht entfliehn?
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Da alles muß an ihrem Joche ziehn.
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Da jeder muß vor ihren Altar treten/
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Und sie anbehten.

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Gedult! Gedult kan alles überwinden
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Doch
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Eh wird der Geist mit samt dem Leben schwinden
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Eh man den starcken Held
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Zu Boden fällt.
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Gedult! Gedult kan alles überwinden
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Doch

(Celander [i. e. Gressel, Johann Georg]: Verliebte-Galante/ Sinn-Vermischte und Grab-Gedichte. Hamburg u. a., 1716.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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