Lykas, zitternd mit der Brille

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Christian Felix Weiße: Lykas, zitternd mit der Brille Titel entspricht 1. Vers(1765)

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Lykas, zitternd mit der Brille,
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Küßt Belinden, sie hält stille,
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Und wird seines Goldes Preiß:
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Daß er sich durch Liebkosungen
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Ihre Hand, ihr Herz errungen,
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Nein, das macht er mir nicht weiß.

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Gestern scherzt ich mit Nerinen,
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Trotz der alten Modeminen
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Sah sie ziemlich roth und weiß:
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Doch daß sie vom Schlaf erwachet,
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Gleich so frühlingsmäßig lachet,
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Nein, das macht sie mir nicht weiß.

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Mops will keine Schwäger nähren,
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Und macht seiner Frau, Neären,
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Oft darum die Hölle heiß:
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Er kauft ihr die frömmsten Bücher,
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Schließt sie ein, und glaubt sich sicher:
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Doch mir macht er es nicht weiß.

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Ueber den Verfall der Tugend
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Schreyt Beatrix, da die Jugend,
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Was sonst Mütter lernten, weiß.
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Daß stets Singen, Beten, Lesen
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Einst ihr Zeitvertreib gewesen,
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Nein, das macht sie mir nicht weiß.

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Keinen von den Freyern allen
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Läßt Themire sich gefallen,
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Sie kennt ihrer Schönheit Preis:
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Eingebildet will sie sterben,
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Wenn nicht Grafen um sie werben;
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Mir nur macht sie es nicht weiß.

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Meine reitzende Selinde,
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Mit der ich mich ietzt verbinde,
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Ist für andre kalt wie Eis.
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Daß sie einzig für mich brennet,
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Außer mir kein Glücke kennet,
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Dies macht sie mir doch wohl weiß.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Felix Weiße
(17261804)

* 28.01.1726 in Annaberg-Buchholz, † 16.12.1804 in Stötteritz

männlich, geb. Weiße

deutscher Schriftsteller und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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