An einem heitern Frühlingsmorgen

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Christian Felix Weiße: An einem heitern Frühlingsmorgen Titel entspricht 1. Vers(1765)

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An einem heitern Frühlingsmorgen
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Trat Doris früh erwacht ans offne Fenster hin;
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Allein ihr alter Geck Crispin,
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Schnarcht noch empfindungslos, und träumet güldne Sorgen.

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Sie fühlet halb des Morgens Freuden,
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Jedoch nur halb – – indem sah sie in süßer Müh
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Den Spatz bey seiner muntern Sie,
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Sie liebten sich so oft, man mußte sie beneiden.

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Auch weis ich nicht, was Chloen fehlte:
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Sie ward bestürzt, ganz roth, fing laut zu seufzen an;
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Sah bald ins Feld, bald nach dem Mann,
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Der noch im Traum sein Geld und Wechsel überzählte.

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Zuletzt stört sie mit heißen Küssen
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Und süßem Ungestüm ihn in der Träume Lauf,
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Er springt bestürzt vom Lager auf,
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Und schreyt: wo ist der Dieb, der mir mein Gut entrissen?

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Sie zieht ihn mit beredten Schweigen
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Ans Fenster hin, und seufzt: ach Männchen, glaubest du,
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(schon seh ich eine Stunde zu,)
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Seit diese Vögelchen sich so verliebt bezeigen.

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Für Bosheit fängt er an zu beben,
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Sperrt weit die Augen auf, und schreyt erstaunungsvoll:
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»wie? sag mir, Närrin, bist du toll?
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Bleibst du in Ewigkeit an Kinderpossen kleben?«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Felix Weiße
(17261804)

* 28.01.1726 in Annaberg-Buchholz, † 16.12.1804 in Stötteritz

männlich, geb. Weiße

deutscher Schriftsteller und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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