Scherzhafte Muse, meine Freude

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Christian Felix Weiße: Scherzhafte Muse, meine Freude Titel entspricht 1. Vers(1765)

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Scherzhafte Muse, meine Freude,
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Die in zufriedner Einsamkeit
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Mich oft, entfernt vom Stolz und Neide,
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Mehr, als ein lautes Glück erfreut:
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Laß dich in Auen, Büschen, Gründen,
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Wo ich dich suche, liebreich finden,
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Und lächle Heiterkeit und Ruh
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Den freyen Nebenstunden zu.

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Ich will nicht Helden ewig singen,
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Noch mich durch sie zur Ewigkeit:
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Mein Lied soll nicht von Waffen klingen;
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Die Muse bebt vor Blut und Streit.
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Hier, unter Oel–und Lorberbäumen
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Soll sie von Fried und Freuden träumen:
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Den schönsten Mädchen, besten Wein
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Und liebsten Freunden heilig seyn.

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Die Scherze sollen sie begleiten,
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Von süßer Unschuld sanft regiert:
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Sie lasse keinen von der Seiten,
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Wenn ihn der Jugend Witz verführt!
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Ihn, solt ihr einer ja entfliehen,
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Soll gleich der Ernst zurücke ziehen;
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Er leg ihm Blumenfesseln an,
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Daß er nicht mehr entwischen kann.

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Wohlan! so sing in süßen Tönen
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Dein junges anmuthsvolles Lied!
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Und wird dich gleich kein Lorbeer krönen,
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Der für die Heldendichter blüht:
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Der Beyfall, den dir Freunde senden,
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Ein Veilchen aus Selindens Händen,
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Der Chloe Lächeln, wenn sie liest;
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Sprich, was dir wünschenswerther ist?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Felix Weiße
(17261804)

* 28.01.1726 in Annaberg-Buchholz, † 16.12.1804 in Stötteritz

männlich, geb. Weiße

deutscher Schriftsteller und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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