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Dich wähl' ich mir zum Heiligtume,
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Du Tempel, den vor alter Zeit
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In Einfalt, seinem Gott zum Ruhme,
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Der fromme Vorfahr eingeweiht!
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Schon sinken alle deine Mauren;
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Und Dünkel, wie im öden Grab,
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Geußt von den Eiben sich herab,
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Die rings in deinem Schatten trauren.
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Zu fühllos der Melancholei,
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Die sich um dich herum verbreitet,
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Und unachtsamen Blickes, schreitet
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Bei dir der Wanderer vorbei;
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Vergißt der alten frommen Sitte,
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Die ihrem Schöpfer dich gebaut,
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Und selbst in einer niedern Hütte
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Nach einer bessern Welt geschaut.
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Mir aber sei der brave Mann
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Gesegnet, der den Bau begann!
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Längst ist die Hütte weggeschwunden,
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Die ihn in ihre Schirmung schloß,
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Wo ruhig ihm und tadellos
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Das fromme Leben hingeschwunden.
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Hier sah ihn jeder neue Tag
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Und jedes Abends Purpurröte,
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Wie er im feirenden Gebete
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Aufs Antlitz hingegossen lag.
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Die Engel Gottes stiegen nieder,
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Und lernten seine fromme Lieder,
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Und sangen sie im lauten Chor,
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Im Himmel ihren Brüdern vor.
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Sein einzig Glück auf Erden war
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Ein gutes, edles, frommes Weib,
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Und seines Lebens Zeitvertreib
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Ein wonnigliches Kinderpaar.
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Oft sah er in der Schattenkühle
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Von Bäumen, die er selbst gepflanzt,
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Im leichten, jugendlichen Spiele
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Von ihnen fröhlich sich umtanzt.
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Dann drückt' er fester sie, und freier
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An seinen warmen Busen hin,
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Und fühlte hoher Andacht Feuer
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In jeder seiner Adern glühn.
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Einst kam er mit verzognem Schritte,
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Das Auge bang und freudenleer,
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Aus seiner strohbedeckten Hütte
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Zu diesem kleinen Hügel her.
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»allmächtiger! Du Gott der Götter!«
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So rief er, senkte sich aufs Knie,
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»allmächtiger, du Gott der Götter,
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O hilf mir, Vater, rette sie!
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Mein armes Weib, von Qual umgeben,
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Sieht kaum des Tages Schimmer mehr,
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Und tausend Todes-Schrecken schweben
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Um ihr gebrochnes Auge her.
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O du, von meinen Jugendjahren
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Mein Schutz und Retter, höre mich!
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Mir meine Gattin zu bewahren,
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Du Gott im Himmel fleh' ich dich!
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Erhörest du, warum ich bete,
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Dann (meine Hände heb' ich auf,
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Und schwöre) hier, an dieser Stätte,
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Bau' ich dir einen Tempel auf.
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Und ihm entgegen soll sie wanken,
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Sobald des Todes Schrecken flieht,
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Und ihre Thräne soll dir danken
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Und ihres Herzens frommes Lied.
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Die Kinder sollen Blumen sammeln,
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Und sie auf deinen Altar streun,
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Dir frohe Freudenthränen weihn
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Und ihren Dank gen Himmel stammeln.
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Mein ganzes Leben auf der Erde
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Sei mir ein frommer Herzensdank,
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Und jeder neue Morgen werde
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Geweckt durch meinen Lobgesang!
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O höre, höre! was ich flehe! –
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Doch du bist Gott, dein Wille nur geschehe!«
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Und froher hoffend schlich er wieder
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Vom Hügel zu der Hütte nieder;
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Noch aber lag dem Tode nah
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Und schmachtend die Geliebte da,
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Und alle Hoffnung schwand ihm wieder.
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Noch unter Thränen floß ein Tag,
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Und eine Schreckensnacht ihm nach.
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Dann aber stieg von Gottes Thron
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Ein heller Friedensbote nieder,
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Und alle Todes-Schrecken flohn,
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Und alle Kräfte kehrten wieder;
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Und Feuer floß in ihren Blick
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Und Leben in ihr Herz zurück;
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Und mit dem ersten Morgenrot
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Ergossen seine Dankeslieder
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Sich mit dem Blumenduft zu Gott;
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Und mit dem ersten Morgenrot
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Bracht' er zum heiligen Altar
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Den ersten Stein der Gründung dar;
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Und eh' die Todesblässe wich,
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Und er gesund die Gattin sah,
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Stand aufgebaut der Tempel da –
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Vom Morgenhimmel senkte sich
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Der rosenfarbe Tag hernieder,
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Und alle Vögel sangen Lieder,
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Und Thal und Hügel freuten sich
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Als sie aus ihrer Hütte schlich.
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Der Wange Freudenthränen mischten
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Sich mit dem kühlen Morgentau;
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Und, schöner ihr zu blühn, erfrischten
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Sich alle Blumen auf der Au.
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Das Kinderpaar, das sie umgab,
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Brach die bethränten Blumen ab,
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Und brachte dankend am Altar
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Sie Gott zum süßen Opfer dar.
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Ein guter alter Priester stand
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Am Altar mit gefaltner Hand,
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Den kleinen Tempel einzuweihen,
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Und alle Nachbarn kamen dar,
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Sich mit dem neu belebten Paar
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In Eintracht brüderlich zu freuen,
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Und ihrer aller Lippe sprach
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Des Priesters Segen leise nach.
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Dann kehrten mit erhelltem Blick
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Sie nach dem Hüttendach zurück.
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So oft der Weihungstag erschien,
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Sah man das frohe Fest sie feiren,
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Mit Thränen sie am Altar knien,
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Und ihrer Liebe Bund erneuren.
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Durch Lehren bald, und bald im Spiel
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Ward aller Tugenden Gefühl
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Ins Herz des unschuldsvollen Knaben
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Vom frommen Vater eingegraben.
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Am Abend, als sich allgemach
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Die Sonn' am Himmel niedersenkte,
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Als sie am klaren Wiesenbach
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Die müde Lämmerherde tränkte;
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Da sah sie aus dem Weidenthal
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Den Bruder nach der Hütte kehren,
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Und freundlich bat er sie einmal
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Ein frohes Liedchen ihn zu lehren.
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»ein frohes Liedchen?« sagte sie,
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»o Bruder, möcht' es mir gelingen!
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Doch werden wohl Betrübte nie
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Von unbekannten Freuden singen.«
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Da sah er sie mit Staunen an,
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Und fragte: was sich zugetragen.
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Und offenherzig fing sie an,
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Mit Thränen alles ihm zu sagen.
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Wie sie zum kleinen Tempel kam,
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Und einen Trauerton vernahm,
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Und dann sich näher schlich, und da,
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Am Altar einen Jüngling sah;
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Und wie bei ihres Namens Ton
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Gen Himmel seine Seufzer flohn.
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»ach Bruder, Bruder!« sagte sie,
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»sollt' er um meinetwillen leiden? –
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Der gute Himmel weiß es, nie
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Verdarb ich eines Menschen Freuden!« –
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»sei ruhig,« sprach er, »Schwesterchen;
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Du sollst den Jüngling morgen sehn!« –
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Und mit des Morgens erstem Blick
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Eilt' er, den Jüngling aufzufinden;
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Und bracht' ihn nach den Weidengründen,
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Wo seine Schwester war, zurück.
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»hier,« sprach er lächelnd, »bring' ich dir
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Den Jüngling, den du nie betrübtest;
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O welche Wonne blühte mir,
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Wenn du den Tugendhaften liebtest!
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Schon lang ist seine Seele dein:
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Und würdig ist er, dein zu sein.«
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Er sprach's und sprang im Augenblick
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Zum nahen Buchenhain zurück. –
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Mit niederblickendem Gesicht
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Ließ sie den Jüngling vor sich stehen,
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Und wagt' es lange, lange nicht,
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Ihn nur verstohlen anzusehen.
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Doch endlich blickte sie auf ihn,
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Und ihre Seele war dahin;
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Und zitternd ging sie auf ihn zu,
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Und sprach: »O Jüngling, liebest du
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Mich und die stille Tugend rein:
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So bin ich ewig, ewig dein.«
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Und er umarmte sie und schwur,
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Und ewig war der Liebe Schwur.
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Noch lange standen sie umschlungen,
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Und hastig, wie ein junges Reh,
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Kam über den betauten Klee
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Der frohe Bruder hergesprungen;
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Und drückte wonnetrunken ihn
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Und sie an seinen Busen hin,
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Und sah zum Himmel dankend hin –
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Dann gingen alle zum Altar,
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Und brachten Dank und Thränen dar –
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Noch keinem Pärchen war so süß
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Das stille Leben hingeflossen,
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Aufs neue schien das Paradies
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Den Liebetrunknen aufgeschlossen,
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Und ihrer Eltern Thräne floß,
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Und dankend sprachen sie den Segen,
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Und ihre ganze Seele goß
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Sich ihrem frommen Wunsch entgegen.
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In banges, düstres Schweigen war
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Die ganze Gegend eingeschlossen,
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Und wehmutsvolle Thränen flossen,
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Wo nur ein zärtlich Auge war,
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Zu Ehren dem geliebten Paar. –
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Und endlich starb das fromme Paar. –
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In schwarzem Trauerflor erschien
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Ein langer feierlicher Zug
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Und eine Schar von Greisen trug
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Mit zitternden gebleichten Wangen
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Die beiden nach dem Grabe hin,
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Die ihrer Ruhe vorgegangen;
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Und senkten schweigend ihr Gebein
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Ins stille Land des Friedens ein;
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Und Zeuge sollte dieser Stein
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Dem späten Enkel noch von ihrer Tugend sein. –
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Lang ward auch noch vom Überrest
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Der Frommen dieser Tag gefeiret,
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Und jedes Jahr zum Trauerfest
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Ihr Angedenken noch erneuret.
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Allein die fromme Sitte schwand,
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Die lange dieses Volk besessen,
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Bald war die Tugend weggebannt,
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Und mit den Redlichen vergessen.
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Der Tempel sinkt in Trümmer hin,
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Und keine Hand erneuret ihn.
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Der Enkel hat die Redlichkeit
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Tief aus dem Herzen ausgerottet,
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Und überall ist Frömmigkeit
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Als Aberglaub' und Furcht verspottet;
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Und, wer noch Treu und Glauben hält,
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Und fromm ist, dessen lacht die Welt.
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O ihr, aus deren Brust noch nicht
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Die alte Sitte sich verloren;
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Die ihr vor Gottes Angesicht
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Mit mir der Tugend Bund geschworen,
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So bald ich euch ersah, erkoren,
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O weint am stillen Tempel hier!
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Uns Hütten bauen wollen wir,
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Und von der schnöden Welt verbannt,
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Von keiner Thoren-Schar umgeben,
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Uns nur, und unserm Gott bekannt,
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In brüderlicher Eintracht leben!
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Laßt hier im stillen, unbemüht,
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Dem leeren Pöbel zu gefallen,
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Nur Herzensfreunden euer Lied
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Das noch die Tugend rühmt, erschallen.
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Laßt von des Schöpfers Milde nur
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Die sanften Silbersaiten tönen,
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Und jeden Bürger dieser Flur
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Zu hohen Tugenden gewöhnen.
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Verfolgt von keiner Reue Schwarm
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Werd' ich dies kleine Thal verlassen
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Und friedlich in des Freundes Arm
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Von allen euch beweint erblassen.
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Laßt still auf dieser milden Flur
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Mich unbekannt der Welt verwesen,
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Und rühmt den wenig Edlen nur,
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Daß ich auch euer wert gewesen.
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Und dann aus letzter Freundes Pflicht,
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Bepflanzt den Hügel noch mir mit